Pokémon-Events untersagen künftig Verkauf von gegradeten Sammelkarten und Japan-Importen

Bei offiziellen Pokémon-Veranstaltungen könnten künftig deutlich strengere Verkaufsrichtlinien gelten. Wie die Pokémon-Fanseite PokéBeach berichtet, soll die The Pokémon Company International Partnerhändlern den Verkauf bestimmter Produkte auf Events wie den North America International Championships (NAIC), Regionals und den Pokémon-Weltmeisterschaften untersagt haben.

Verkauf von bewerteten Karten nicht erlaubt

Laut dem Bericht dürfen Händler auf offiziellen Veranstaltungen keine „Graded Slabs“ mehr verkaufen. Dabei handelt es sich um professionell bewertete und versiegelte Sammelkarten, die häufig von Unternehmen wie PSA oder CGC zertifiziert werden. Besonders seltene Karten erzielen in diesem Zustand teils drei-, vier- oder sogar fünfstellige Beträge.

Die neue Regelung soll bereits an diesem Wochenende bei den Indianapolis Regionals greifen. Eine öffentliche Bekanntgabe werde derzeit jedoch nicht erwartet.

Zusätzlich sollen Händler keine Artikel im Wert von mehr als 1.000 US-Dollar verkaufen dürfen. Dadurch würden auch besonders hochpreisige Sammelkarten von offiziellen Events ausgeschlossen werden.

Auch Produkte aus dem japanischen Pokémon Center betroffen

PokéBeach berichtet außerdem, dass zahlreiche Produkte aus dem japanischen Pokémon Center nicht mehr über Partnerhändler auf offiziellen Events verkauft werden dürfen. Dazu sollen unter anderem Plüschfiguren sowie Sammelkarten-Produkte gehören.

Als möglicher Hintergrund wird genannt, dass Pokémon Center Japan zuletzt Maßnahmen gegen Weiterverkäufe eingeführt hat. Dem Bericht zufolge müssen Käufer bestimmter TCG-Produkte inzwischen einen amtlichen Ausweis vorlegen, wodurch die Verfügbarkeit stärker auf den japanischen Markt beschränkt werden soll.

Fan-Fokus auf Wiederverkauf und Investments

PokéBeach schildert in diesem Zusammenhang auch eigene Eindrücke von aktuellen Sammelkarten-Events. Laut dem Bericht habe ein elfjähriger Händler auf einer Card-Show erklärt, er beschäftige sich hauptsächlich mit dem Weiterverkauf von Pokémon-Karten und kenne weder die Spiele noch die TV-Serie näher.

„Ich flippe einfach Karten“, wird der Junge zitiert.
„Ich weiß nicht viel über Pokémon.“

Dem Bericht zufolge habe er sich über TikTok- und Instagram-Influencer mit dem Thema Pokémon-Investments beschäftigt und Sammelkarten als „die beste Investition derzeit“ bezeichnet.

PokéBeach erklärt außerdem, man habe auf derselben Veranstaltung mit mehr als 150 Händlern gesprochen. Viele davon seien erst während des jüngsten TCG-Booms in das Hobby eingestiegen und hätten Pokémon primär unter dem Gesichtspunkt von Wiederverkauf und Marktwert betrachtet — weniger wegen der Spiele, Filme oder des Franchise selbst.

Auch bei den Pokémon-Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr habe es laut PokéBeach auffällige Änderungen gegeben. So sei der Stand des Bewertungsunternehmens PSA ursprünglich im Hauptbereich der Händlerfläche geplant gewesen, kurz vor Veranstaltungsbeginn jedoch in einen abgelegeneren Bereich verlegt worden.

Fokus der Events soll zukünftig auf dem Franchise liegen

Offiziell bestätigt wurden die neuen Richtlinien bislang nicht. PokéBeach verweist jedoch darauf, dass die Pokémon Company ihre Veranstaltungen möglicherweise stärker vom spekulationsgetriebenen Sammelkartenmarkt abgrenzen möchte. Hochpreisige bewertete Karten und seltene Importprodukte seien zuletzt zunehmend mit Wiederverkauf, Wertsteigerung und Investitionsinteressen verbunden worden.

Auch innerhalb der Community wird die Entwicklung bereits intensiv diskutiert. Viele Spieler begrüßen die mögliche stärkere Fokussierung auf Turniere, das Franchise und das eigentliche Sammelkartenspiel, während andere den Ausschluss von gegradeten Karten kritisch sehen.

Nicht die erste Einschränkung dieser Art

Bereits 2024 soll die Pokémon Company International Hobbyläden darauf hingewiesen haben, spezielle Play! Pokémon-Boosterpacks und Event-Promokarten nicht weiterzuverkaufen. Diese Produkte werden Händlern und Veranstaltern normalerweise kostenlos für offizielle Events zur Verfügung gestellt.

Eine offizielle Stellungnahme von The Pokémon Company International zu den nun gemeldeten Verkaufsbeschränkungen steht derzeit noch aus.

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3 Kommentare
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    1. Habe ich mir auch gedacht … aber der Veranstalter veranstaltet dann einfach dort nichtmehr also dann am ende lose lose situation… wobei der Veranstalter safe irgendwo anders unterkommen würde aber ob so eine rentable Veranstaltung dann für den Standort zu ersetzen ist ist die Frage…

      Bin gespannt wie es mit PSA weiter geht

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