GameStop setzt verstärkt auf Sammelkarten, insbesondere Pokémon-Karten, als zentralen Bestandteil seiner zukünftigen Geschäftsstrategie. Das erklärte CEO Ryan Cohen jüngst im Rahmen eines umfassenderen Strategiewechsels – inklusive einer Investition in Bitcoin.
Sammelkarten als gewinnbringende Ergänzung
Cohen bezeichnete den Fokus auf Sammelkarten als eine „natürliche Erweiterung“ des bisherigen Geschäftsmodells. Vor allem Pokémon-Karten erfreuen sich seit einiger Zeit enormer Beliebtheit – ein Trend, den GameStop offenbar konsequent nutzen möchte. Die Margen im Sammelkartenhandel gelten als besonders lukrativ, vornehmlich bei seltenen und hochwertigen Karten.
Ein Beispiel für die aktuelle Nachfrage: Die am 30. Mai veröffentlichte Pokémon-Serie „Ewige Rivalen“ war vielerorts binnen Stunden ausverkauft. Scalper, also Wiederverkäufer, treiben die Preise durch gezielten Aufkauf zusätzlich in die Höhe – was die Karten für reguläre Käufer zunehmend schwerer zugänglich macht.
GameStop expandiert im Karten-Business
GameStop hat sein Sammelkarten-Angebot in den vergangenen Monaten massiv ausgebaut. Mittlerweile bietet das Unternehmen in den USA einen Grading-Service an, bei dem Kunden ihre Karten in der Filiale abgeben und gegen eine Gebühr von Professional Sports Authenticator (PSA) bewerten lassen können. Zwar übernimmt GameStop die Bewertung nicht selbst, agiert aber als Vermittler und Servicepartner für die Einreichung.
Der YouTuber Leonhart hat diesen Grading-Prozess auf seinem Kanal dokumentiert:
Laut Unternehmensangaben wurden über diesen Weg bereits mehr als eine Million Karten zur Bewertung eingereicht – ein deutlicher Hinweis auf die starke Nachfrage.
Umsatzschub durch Pokémon-Karten
GameStops Entscheidung, auf das Sammelkartengeschäft zu setzen, ist wirtschaftlich begründet: Im ersten Quartal 2025 konnte das Unternehmen den Umsatz im Jahresvergleich um über 50 % steigern – hauptsächlich durch das Pokémon-Geschäft.
Neue Wege nach turbulentem Jahrzehnt
GameStop durchlebte in den letzten Jahren einen regelrechten Umbruch: Vom Beinahe-Bankrott zum Börsenphänomen – die Geschichte wurde sogar verfilmt („Dumb Money – Schnelles Geld„). Trotz zwischenzeitlicher Gewinne musste der Konzern zuletzt mehrere Filialen schließen, Mitarbeiter entlassen und sich von seinem Gaming-Magazin Game Informer trennen, das inzwischen einen neuen Eigentümer gefunden hat.
Mit der Kombination aus Kryptowährungen und Sammelkarten will GameStop nun offenbar wieder zurück in die Spur – und sich langfristig neu positionieren.
Frage an euch: Ist GameStops Sammelkartenstrategie ein kluger Schachzug oder nur ein kurzfristiger Hype? Würdet ihr eure Karten bei GameStop – sofern der Laden hierzulande noch existieren würde – graden lassen? Schreib’s uns in die Kommentare!