Nintendo verklagt US-Regierung wegen Trump-Zöllen

Nintendo of America hat Klage gegen mehrere Behörden der US-Regierung eingereicht, um Zölle zurückzufordern, die unter der Regierung von Donald Trump erhoben wurden. Das geht aus einer Klageschrift hervor, die beim United States Court of International Trade eingereicht wurde.

Der Spielehersteller fordert laut Klage die vollständige Rückerstattung der gezahlten Zölle inklusive Zinsen.

Hintergrund: Supreme Court erklärte Zölle für rechtswidrig

Auslöser des Rechtsstreits ist eine Entscheidung des Supreme Court of the United States vom 20. Februar 2026. Das Gericht entschied, dass die damaligen Importzölle nicht rechtmäßig über den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt werden konnten.

Die Zölle waren seit 1. Februar 2025 auf Importe aus zahlreichen Ländern erhoben worden und betrafen auch Produkte von Nintendo, deren Hardware überwiegend in China und Vietnam produziert wird.

Laut Klage seien durch diese Maßnahmen über 200 Milliarden US-Dollar an Zöllen auf Importe aus fast allen Ländern erhoben worden.

Warum Nintendo klagt

Die Anwälte von Nintendo of America argumentieren, dass das Unternehmen als „Importer of Record“ direkt von den Zöllen betroffen gewesen sei und dadurch finanziellen Schaden erlitten habe.

Ohne gerichtliche Entscheidung gebe es laut Klage keine Garantie, dass Unternehmen ihr Geld zurückbekommen.

„Alle unter den IEEPA-Zöllen erhobenen Abgaben müssen mit Zinsen zurückerstattet werden“, heißt es in der Klageschrift.

Zusammenhang mit dem Launch der Nintendo Switch 2

Die Zollpolitik hatte auch konkrete Auswirkungen auf den Marktstart der Nintendo Switch 2 im Jahr 2025.

Nach der Einführung der Importzölle musste Nintendo:

  • US-Vorbestellungen der Konsole zunächst verschieben
  • Preise für Zubehör erhöhen

Um den Konsolenpreis stabil zu halten, soll Nintendo laut Berichten verstärkt in Vietnam produzierte Geräte in die USA geliefert haben.

Zahlreiche Unternehmen klagen ebenfalls

Nintendo ist nicht das einzige Unternehmen, das juristisch gegen die Zölle vorgeht. Mehr als 1.000 Firmen haben ähnliche Klagen eingereicht, darunter auch große Konzerne wie:

  • Costco
  • FedEx

Zudem haben 24 US-Bundesstaaten Klagen gegen neue geplante Importzölle eingereicht.

Rückzahlungen derzeit technisch nicht möglich

Obwohl ein Gericht bereits entschieden hat, dass Unternehmen Anspruch auf Rückerstattungen haben, erklärte die U.S. Customs and Border Protection, dass eine Rückzahlung aktuell technisch noch nicht umgesetzt werden kann.

Ein entsprechendes System zur Abwicklung der Rückzahlungen könnte laut Behördenangaben erst in etwa 45 Tagen einsatzbereit sein.

Wie hoch die Summe ist, die Nintendo konkret zurückfordert, wurde bislang nicht öffentlich gemacht.

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