Reggie Fils-Aimé hat Einblicke hinter die Kulissen gegeben und erläutert, warum Nintendo während der Wii- und DS-Ära den Verkauf seiner Systeme über Amazon einstellte.
Forderung nach „illegaler“ Unterstützung
Laut Fils-Aimé kam es damals zu einem Konflikt, da Amazon umfangreiche finanzielle Unterstützung verlangte, um die niedrigsten Preise im Markt anbieten zu können – sogar unter dem Niveau von Walmart. Nintendo habe diese Forderung jedoch abgelehnt.
In einem Vortrag der NYU Game Center Lecture Series erklärte er:
Damals habe ich allein in Amerika zehn Millionen DS pro Jahr verkauft – wir haben enorme Umsätze gemacht. Gleichzeitig wollte Amazon stärker in den Videospielmarkt einsteigen. Die Mentalität von Amazon war, den niedrigsten Preis im Markt zu haben, sogar unter Walmart. Einer ihrer Manager kontaktierte mich … letztlich wollte Amazon eine enorme finanzielle Unterstützung, damit sie den niedrigsten Preis anbieten und Walmart unterbieten können. Ich habe dem Manager direkt gesagt: ‚Ihnen ist klar, dass das illegal ist, oder? Das kann ich nicht machen.‘ Dann herrschte Stille am anderen Ende – und die Antwort war nur: ‚Aber genau das wollen wir.‘“
Konsequenz: Verkaufsstopp
Nintendo zog daraufhin Konsequenzen und stellte den Verkauf über Amazon ein:
Wir haben den Verkauf an Amazon buchstäblich eingestellt, weil ich nichts Illegales tun würde. Ich wollte auch nichts tun, was unsere Beziehungen zu anderen Händlern gefährdet. Gleichzeitig hat das gezeigt: Ihr könnt mich nicht unter Druck setzen. So machen wir unser Geschäft. Und so baut man über die Zeit Respekt auf.
Beziehung mit Höhen und Tiefen
Die Geschäftsbeziehung zwischen Nintendo und Amazon galt über die Jahre hinweg als wechselhaft. Auch 2024 kam es erneut zu einer Phase ohne Zusammenarbeit. Zum Start der Nintendo Switch 2 fanden beide Unternehmen jedoch wieder zueinander.
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