Der YouTuber Belmante hat einen inoffiziellen Port von Super Mario Bros. Wonder für Windows vorgestellt, der ohne Emulator auskommt. In einem Video zeigt er das Spiel auf einem Laptop mit GeForce RTX 3050 bei rund 60 Bildern pro Sekunde. Das Spiel ist offiziell nur für Nintendo Switch und Nintendo Switch 2 erhältlich. Eine Windows-Version hat Nintendo nicht veröffentlicht und wird es auch nicht.
So funktioniert der Port
Laut Notebookcheck wird der ARM64-Code der Switch-Version vorab in nativen Maschinencode für den PC umgewandelt. Dabei kommen weder Emulator noch JIT-Kompilierung oder Interpreter zum Einsatz. Eine eigene Schicht übersetzt Nintendos Grafikschnittstelle NVN in Vulkan-Befehle, die direkt mit dem Nvidia-Treiber sprechen. Der Ton läuft über XAudio2.
Um den Port unter Windows lauffähig zu machen, entwickelte Belmante nach eigenen Angaben unter anderem:
- eine CPU-basierte Dekodierung der ASTC-Texturen,
- Rendering-Barrieren gegen Artefakte im Interface,
- einen Festplattencache für die Grafikpipeline sowie eine Mehrkern-Verarbeitung der Texturen gegen Ruckler.
Aktueller Stand
Funktionsfähig sind bisher Hauptmenü, Charakterauswahl, Intro, Weltkarte und Level 1-1. Es gibt noch Grafikfehler und gelegentliche Einbrüche der Bildrate. Als Nächstes will Belmante den Port auf der integrierten Intel UHD Graphics 770 testen, die er in ihrer Leistung mit dem Tegra-X1-Chip der ersten Switch vergleicht.
Den Quellcode samt Recompiler-Tools und NVN-Übersetzer sowie die technische Dokumentation will er nach der grundlegenden Fehlersuche veröffentlichen. Einen Termin nennt er nicht. Zu einem früheren Versuch unter macOS berichtet Notebookcheck von größeren Problemen.
DSOGaming verweist außerdem auf einen weiteren inoffiziellen PC-Port von Super Mario Galaxy, der demnächst erscheinen soll.
Nintendo dürfte (nachvollziehbarerweise) wenig begeistert sein
Für Nintendo ist ein solcher Port naturgemäß keine gute Nachricht. Der Konzern schützt seine Spiele und Plattformen traditionell besonders konsequent. Emulatoren sind ja schon schlimm genug, dass ein noch recht aktueller Switch-Titel nun jedoch plötzlich nativ auf gewöhnlicher PC-Hardware läuft, dürfte daher kaum im Sinne des Rechteinhabers sein.
Modding, Emulation und nicht autorisierte Software sollen bestmöglich verhindert werden, findige Entwickler suchen allerdings nach neuen Wegen. Bereits 2025 verschärfte der Konzern seine EULA für die Switch und behielt sich Maßnahmen gegen manipulierte Konsolen und nicht autorisierte Software vor.
Auch bei der Switch 2 zieht Nintendo die Grenzen eng. Statt die Konsole selbst zu knacken oder ihre Schutzmechanismen zu umgehen, wie es bei der MIG Switch für ältere Switch-Spiele gelungen ist, wird das Spiel nun aus seiner ursprünglichen Umgebung herausgelöst und für andere Plattformen angepasst. Wenn sich solche Portierungen auf weitere Nintendo-Titel übertragen lassen, könnte die Szene künftig auch weniger auf klassische Switch-Emulation angewiesen sein. Was am Ende auch Nintendos aktuellste Hardware betreffen könnte, sobald die Spiele dafür vollständig auslesbar sind. Im KI-Zeitalter sind solche Projekte deutlich unkomplizierter umsetzbar. Aber wie seht ihr das? Würdet ihr auf inoffizielle PC-Ports zurückgreifen oder möchtet ihr die echt Spielerfahrung auf Nintendos Hardware?
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