Nintendo hat in einem aktuellen Famitsu-Interview (via Nintendo Everything) spannende Einblicke in die Entwicklungsphilosophie von Metroid Prime 4: Beyond gegeben – inklusive der Frage, warum sich Retro Studios bewusst gegen ein Open-World-Design entschieden hat.
Zu Beginn der Entwicklung habe es durchaus Überlegungen gegeben, den Trend aufzugreifen. Inspiriert durch Spiele wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild äußerten Fans den Wunsch für ein offenes Metroid-Erlebnis. Stattdessen entschied sich Nintendo jedoch für eine andere Lösung: eine zentrale Hub-Area, die als frei erkundbarer Kernbereich dient und mit weiteren Zonen verbunden ist – vergleichbar mit älteren 3D-Zelda-Strukturen.
Nintendo erklärt:
Zu Beginn des Projekts gab es vermutlich durch den Einfluss von The Legend of Zelda: Breath of the Wild viele Kommentare im Internet wie: ‚Wir wollen ein Open-World-Metroid spielen.‘ Allerdings ist das Kernelement von Metroid – die Welt Schritt für Schritt durch neue Fähigkeiten zu erweitern – nicht sehr kompatibel mit der völligen Freiheit einer offenen Spielwelt, in der man von Anfang an überall hingehen kann. Daher dachten wir darüber nach, ein begrenztes Gebiet zu entwerfen, das sich dennoch frei erkunden lässt, und dieses als Hub zu nutzen, das andere Bereiche miteinander verbindet. Dann überlegten wir, dass man, wenn man sich dort mit dem Bike zufriedenstellend bewegen kann, einen Abschnitt hätte, der die Spannung der Erkundung auflockert und das Tempo des gesamten Spiels strukturiert.
Am Ende dauerte die Entwicklung länger als erwartet, und wir stellten fest, dass sich die Wahrnehmung der Spieler gegenüber Open-World-Spielen inzwischen verändert hatte. Allerdings war die Entwicklung bereits einmal komplett neu gestartet worden (als wir mit Retro Studios von vorne begannen), daher kam ein erneuter Rückschritt nicht infrage. Wir entschieden uns, unsere ursprüngliche Vision konsequent weiterzuverfolgen. In dieser Zeit haben sich Shooter und Actionspiele weiterentwickelt, insbesondere was die Spielgeschwindigkeit betrifft. Diese Veränderungen ebenfalls zu übernehmen, hätte es jedoch schwierig gemacht, den Rhythmus eines Adventure-Spiels beizubehalten, daher haben wir uns bewusst dagegen entschieden. Deshalb denke ich, dass dieses Spiel ziemlich losgelöst von aktuellen Trends ist.
Nintendo macht damit deutlich:
Metroid Prime 4: Beyond soll ein bewusst fokussiertes, strukturiertes Adventure bleiben – mit klassischem Metroidvania-Fortschritt statt kompletter Bewegungsfreiheit, aber ergänzt durch moderne Elemente wie die Bike-Erkundung im Hub-Bereich – der Wüste.
Zuletzt sorgte das Spiel außerdem für Schlagzeilen, nachdem in den Daten ungenutzte-NPC-Dialoge entdeckt wurden.
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