Nach mehreren kontrovers diskutierten Tagen rund um die Nintendo-Switch- und Switch-2-Versionen von Dispatch hat sich Entwickler AdHoc mit einem ausführlichen Statement zu Wort gemeldet. Darin äußert sich das Studio zur Zensur des Spiels auf Nintendo-Plattformen und stellt zugleich ein zukünftiges Update in Aussicht.
Bereits kürzlich hatte AdHoc kurz Stellung bezogen, nun folgte jedoch eine deutlich ausführlichere Erklärung über den offiziellen Discord-Server des Studios.

Dispatch entsprach nicht Nintendos Richtlinien
In der Stellungnahme macht AdHoc deutlich, dass die Verantwortung für die vorgenommenen Änderungen letztlich beim Entwickler selbst liege. Zwar gebe es auf Nintendo-Plattformen andere Spiele mit expliziten Inhalten, dennoch habe Dispatch die geltenden Richtlinien nicht erfüllt:
Wie Nintendo erklärt, muss jedes Spiel, das auf einer Nintendo-Plattform erscheint, den festgelegten Inhalts- und Plattformrichtlinien von Nintendo entsprechen. Das ist der entscheidende Punkt. Nintendo hat Inhaltsrichtlinien. Unser Spiel hat diese Richtlinien nicht erfüllt, also haben wir Änderungen vorgenommen, um eine Veröffentlichung auf der Plattform zu ermöglichen. Genau das ist hier passiert.
Weiter erklärt das Studio, dass man ursprünglich von einer anderen Ausgangslage ausgegangen sei:
Wir sind zunächst – wie einige von euch – davon ausgegangen, dass Dispatch aufgrund anderer Spiele wie The Witcher 3 oder Cyberpunk 2077, die mit vergleichbaren unzensierten Inhalten auf der Plattform verfügbar sind, ebenfalls in dieser Form erscheinen dürfte. Während des Portierungsprozesses wurde jedoch klar, dass dies nicht der Fall ist.
Disclaimer vorhanden – aber falsch platziert
Ein zentraler Kritikpunkt der Community betraf die mangelnde Transparenz im eShop. AdHoc räumt hier einen klaren Fehler ein. Zwar habe es von Beginn an einen Hinweis auf die inhaltlichen Unterschiede gegeben, dieser sei jedoch an der falschen Stelle platziert worden:
Wo wir ganz klar die volle Verantwortung übernehmen müssen, ist die Platzierung dieses Hinweises. […] Die Kommunikation lief schief und wir haben den Disclaimer in dem Feld platziert, das wortwörtlich ‚Disclaimer‘ heißt, statt im Abschnitt ‚Über dieses Spiel‘.
Das Studio räumt ein, dass dies im Nachhinein den Eindruck erweckt habe, man wolle die Änderungen verbergen:
Technisch gesehen war der Hinweis die ganze Zeit vorhanden – allerdings an der denkbar schlechtesten Stelle, was den Eindruck erweckt, als hätten wir versucht, ihn zu verstecken.
Mittlerweile sei dies korrigiert worden. In den amerikanischen eShop-Seiten wurde der Hinweis wenige Stunden nach dem Launch prominenter platziert. Weitere Regionen hätten diese Änderung bereits übernommen oder befänden sich aktuell im Prüfprozess.
Update zur Rückkehr zensierter Inhalte in Arbeit
Die wichtigste Neuigkeit betrifft jedoch die Zukunft des Spiels. AdHoc bestätigt, dass man bereits aktiv mit Nintendo an einer Lösung arbeite:
Wir arbeiten bereits gemeinsam mit Nintendo an einem möglichen weiteren Vorgehen. Auch wenn wir derzeit noch keine konkreten Versprechen machen können, sind wir zuversichtlich, ein Update veröffentlichen zu können, das zumindest einen Teil der zensierten Inhalte wiederherstellt.
Gleichzeitig bremst das Studio die Erwartungen an eine schnelle Umsetzung:
Zwischen Entwicklungszeit und dem Konsolen-Freigabeprozess sprechen wir hier von Wochen – nicht von Tagen.
Entschuldigung an enttäuschte Spieler
Zum Abschluss richtet sich AdHoc direkt an die Community:
An alle Fans, die sich darauf gefreut haben, die unzensierte Version auf der Switch zu spielen: Es tut uns aufrichtig leid. Die Enttäuschung ist nachvollziehbar. Wir haben hier viel gelernt. Danke, dass ihr bei uns bleibt. Weitere Infos folgen in Kürze.
Ob und in welchem Umfang die entfernten Inhalte mit dem geplanten Update zurückkehren werden, ist derzeit noch offen.
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