Bau-Simulator 4 im Test für Nintendo Switch

Daniela Lönnendonker
Ein Test zum neuen Spiel der Reihe.
Bau Simulator 4

Bau-Simulator 4 von astragon Entertainment und Entwickler Independent Arts Software ist seit Ende Mai für Nintendo Switch, iPhone und iPad sowie Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem erhältlich. Im neuen kanadischen Setting können Spielende zum ersten Mal in einem mobilen Ableger der Simulationsreihe auch im Multiplayer unterschiedliche Baustellen meistern. Bau-Simulator 4 ist der neueste Teil, der bereits seit 2012 laufenden Bau-Simulator-Reihe des Publishers astragon Entertainment.

Bau-Simulator 4 ist speziell für Nintendo Switch, iOS und Android erschienen und fokussiert sich auf eine fiktive Region Kanadas, in welcher wir im Sandbox-Modus unser Unternehmen aufbauen wollen. In unserer kanadischen Gegend haben wir drei große Karten, in welchen wir verschiedene Aufträge annehmen und erledigen können. Sei es, Statuen mithilfe unseres Palfinger Muldenkipper mit Ladekran, oder Straßen betonieren mithilfe von Walzen und weiteren Fahrzeugen. Bau-Simulator 4 ist ein typisches Simulationsspiel, in welchem man freie Aufträge annehmen kann, um beim Aufbau der Stadt zu helfen und Geld für weitere Investitionen verdient.

Wem das alleine zu langweilig ist, kann im Kampagnen-Modus den Fortschritt seiner Firma vorantreiben und somit noch mehr Geld verdienen, um weitere Fahrzeuge und eine größere Menge an neuen Aufträgen freischalten zu können.

Eine holprige Fahrt mit Hindernissen

Die Steuerung des Bau-Simulator 4 ist simpel, aber hier leider auch mit ein paar Tücken. Nimmt man zum Beispiel die Kameraansicht, welche bei der Nintendo Switch recht hakelig rüberkommt. Wir nutzen unsere Analog-Sticks zum Steuern und Kameraansicht drehen, und generell dreht sich alles im Spiel um die Bedienung dieser.

Hier hätte man ein wenig mehr noch auf die anderen Bedienelemente der Hybrid-Konsole eingehen können. Ein Vorteil ist, dass man, wenn einem die Kamerasteuerung zu hakelig ist, auch den Touch-Modus auf dem Switch-Bildschirm nutzen kann, um diese zu drehen.

Wenn man auf der Karte herumfährt, sieht man immer mal wieder Medaillen, bei denen habe ich mich erst gefragt, wie man diese einsammeln soll. Im Docked-Modus, wie auch im Handheld-Modus nur mit Joy-Con-Bedienung, kann man diese nicht einsammeln. Hier merkt man, dass das Spiel für Mobilgeräte entwickelt wurde. Die Medaillen kann man (Stand 08.06.2024) nur mit manuellem antippen über den Nintendo Switch-Bildschirm einsammeln.

Ein weiteres Manko der Steuerung ist hier, dass man die Gegenstände zwar so aufladen kann, wie es auf den Muldenkipper passt, jedoch kann es dann auch geschehen, dass man die Gegenstände nicht wieder abladen kann.

Beispiel: Unten sind Baumstämme geladen, darüber Steine. Die Baumstämme kann man trotzdem zuerst abladen, die Steine schweben dann über dem Kipper. Dadurch hat das Spiel den Punkt zum Anhaken der Steine nicht angezeigt, wodurch der Auftrag nicht abgeschlossen werden konnte.

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Was positiv hervorzuheben ist, ist das Fahrgefühl, das wir beim Führen der verschiedenen Fahrzeuge bekommen. Das Fahrgefühl ändert sich je nachdem, ob die Maschine beladen oder leer ist. Jede Maschine wird etwas anders gesteuert und auch die Beleuchtung im Dunkeln ist gut auf die jeweilige Maschine umgesetzt worden. Hat man beim Palfinger eine sehr gute Beleuchtung im Dunkeln, so hat die Walze nur eine minimale Beleuchtung. Auch die Rundumbeleuchtung darf hier nicht fehlen.

Fahrzeuge hui, Bäume und Umgebung eher na ja

Hier merkt man leider, dass das Spiel für Mobilgeräte entwickelt wurde. Die Grafik von Bau-Simulator 4 ist verglichen mit anderen Simulationsspielen sehr altbacken. Aufploppende Texturen und Gegenstände/Bäume sind merkbar schwachbrüstig. Hier wurde der Fokus auf die Baumaschinen gelegt. Diese sind sehr detailgetreu und ein Wiedererkennen der verschiedenen Marken (darunter MAN, Palfinger, Kenworth, Caterpillar und viele mehr) ist garantiert. Die Steuerung ist nah an der Mobilgeräte-Variante und ist daher für Nintendo Switch manchmal – wie oben genannt – etwas hakelig. 

Wie bereits vorher erwähnt, spielt in Bau-Simulator 4 auch die Fahrzeugbeleuchtung eine Rolle. Wir haben verschiedene Wetterbedingungen, die das Spiel nicht nur optisch aufwerten, sondern auch etwas beeinflussen. Sei es das Sichtverhältnis oder auch die Fahrbedingungen. Beim Tag- und Nachtwechsel gibt es allerdings nicht viel mehr Einfluss als eine Änderung der Sichtverhältnisse und wir können einfach die ganze Nacht durch baggern. Schlaf, wie man es aus Harvest Moon oder Story of Seasons kennt, wird nicht benötigt.

Zum jetzigen Stand (08.06.2024) wurde das Spiel bereits gepatched und die Darstellung hat sich ein wenig verbessert. Leider wurde das Ruckeln im Sound und Darstellung der Ladebildschirme noch nicht optimiert, wodurch der Spielspaß leider immer noch stark getrübt wird, da bei jedem Auftragsabschluss, oder nach der Annahme eines Auftrages, ein Ladebildschirm eingeblendet wird.

Da wäre mehr möglich gewesen

Wer den Bau-Simulator für die anderen Plattformen kennt, weiß, dass er grafisch zwar nie top war, aber Darstellung und auch das Gameplay stets solide ist. Daher war die Enttäuschung beim Bau-Simulator 4 für Nintendo Switch schon recht stark. Das Ruckeln durch das Gameplay hindurch, die aufploppenden Elemente und grafisch nicht sehr ansprechenden Darstellungen trübten den Spielspaß doch sehr.

Wer über die Grafik und die Ruckler hinwegschauen kann, für den kann der Bau-Simulator 4 ein entschleunigtes und gutes Spiel für kurze Spielrunden sein. Denn der Fokus auf die detailgetreuen Baumaschinen großer Marken ist merkbar und das Bedienen der dieser macht anfänglich auch ganz gut Spaß. Leider wird dieses nach einiger Zeit jedoch auch ausgewaschen durch wiederholende Aufträge und man wundert sich, warum wieder und wieder die gleichen Laternen und Baustellen entstehen. Daher kann man nur das Durchspielen der Kampagne empfehlen und die Aufträge vielleicht ein bis zweimal abschließen. Danach wird es recht repetitiv.

Hier kann man nur hoffen, dass durch weitere Patches die grafischen Schwierigkeiten noch weiter ausgebessert werden. 

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Fragt sich nun, für wen ist denn dann der Bau-Simulator 4 geeignet?

Bau-Simulator 4
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Das Spiel ist für diejenigen geeignet, die sich für detailgenaue große Baumaschinen begeistern und immer schonmal selbst solche bedienen wollten. Wer über die grafischen und technischen Mängel hinwegsehen kann, wird durchaus einige spaßige Stunden mit dem Spiel erleben.
Das Spiel ist für diejenigen geeignet, die sich für detailgenaue große Baumaschinen begeistern und immer schonmal selbst solche bedienen wollten. Wer über die grafischen und technischen Mängel hinwegsehen kann, wird durchaus einige spaßige Stunden mit dem Spiel erleben.
65/100
Total Score

Pro

  • Kampagnenmodus
  • Detaillierte vielzählige Maschinen und Zusatzgeräte
  • Große Anzahl an Bauaufträgen
  • Durch Mehrzahl verschiedener Maschinen, Arbeitsweise abwechslungsreich

Contra

  • Aufträge wiederholen sich öfters, kann schnell repetitiv werden
  • Grafikruckler und aufploppende Gegenstände und Texturen
  • Steuerung teilweise hakelig
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