Bakugan: Champions von Vestroia

Das Kampfsystem

Das Kampfsystem in Bakugan: Champions von Vestroia ist zunächst simpel. In der Mitte des Feldes stehen sich zwei haushohe Monster gegenüber, die auf sich einprügeln, allerdings absolut keinen Schaden dabei anrichten. Stattdessen liegt es an uns die auf dem Boden verteilten BakuCores aufzusammeln, um unser Bakugan mit Energie zu versorgen und so eine von vier Spezialattacken auszuführen. Je nach Attacke könnt ihr beispielsweise eure B-Power erhöhen, den Gegner verlangsamen, ihm Verbrennungen oder auch Schaden zufügen. Je höher die B-Power, desto mehr Schaden oder Lebenspunkte erhält das Bakugan durch eine Baku-Fähigkeit. Euer Bakugan benötigt Energie, um Baku-Fähigkeiten einsetzen zu können und wenn seine eigenen Lebenspunkte auf 0 fallen, verliert es den Kampf. Hierbei gilt es, ähnlich wie bei den Pokémon, auf die Stärken und Schwächen eines Bakugan zu achten. Das erfordert eine gewisse Lernbereitschaft, ist nach den ersten Kämpfen aber verinnerlicht. Die Attacken sind schön animiert, allerdings habe ich mir nach einiger Zeit gewünscht, diese Animationen abschalten zu dürfen – was leider nicht existiert. Auch wechselt der Gegner gerne mal ohne wirklich erkennbaren Grund sein Bakugan, was nicht nur eine bildschirmfüllende Animation mit sich bringt, sondern zudem eine Weißblende die besonders bei nächtlichen Spielesessions im dunklen Schlafzimmer stark blendet.

Ihr bildet ein Team aus drei Bakugan, wobei nur eines davon im Kampf aktiv ist und in brenzligen Situationen über die Schultertasten eures Controllers gegen eines der anderen beiden ausgewechselt werden kann. Die B-Power bestimmt wie stark die Angriffe eures Bakugan den Gegner treffen. Mit euren Baku-Fähigkeiten könnt ihr zeitweise die B-Power eures Bakugan erhöhen oder auch andere Fähigkeiten verwenden, die euren Gegner beispielsweise verlangsamen oder betäuben, wodurch dieser vorübergehend außer Gefecht gesetzt ist. Ein betäubtes Bakugan nimmt keine Befehle entgegen und kann daher auch nicht ausgewechselt werden. Nach gewonnenen Kämpfen gibt es erwartungsgemäß Erfahrungspunkte, die euer Team stärken. Zudem könnt ihr euren Bakugan auch jederzeit neue Baku-Fähigkeiten beibringen, die ihr mit Kampf-Belohnungen, dem Abschließen von Quests verdient oder auf euren Abenteuerreisen findet. Ähnlich wie bei den Kleidungsstücken, werdet ihr euch hier regelrecht zugeworfen damit. Mehr als vier Fähigkeiten gleichzeitig dürft ihr aber nicht nutzen und solltet ihr eine Baku-Fähigkeit anlegen, deren Energieverbrauch höher ist, als euer Bakugan stemmen kann, dann ist diese Attacke im Kampf nicht einsetzbar.

Hat man drei Bakugan im Team, besteht die Möglichkeit eines Team-Angriffs, was allerdings etwas Vorbereitung benötigt und daher gut überlegt sein sollte. Ihr füllt die Energie eures aktuellen Bakugan komplett auf, wechselt es über L oder R aus und wiederholt den Vorgang mit euren anderen beiden Bakugan. Hat man dies erreicht, kann man mit dem Druck auf A den Team-Angriff starten. Dieser Angriff ist immens stark, denn er besiegt das gegnerische Bakugan sofort. Leider muss man diesen Angriff starten, sobald man dazu in der Lage ist, ihr könnt ihn also nicht für einen passenden Moment aufsparen. Sollte euer Gegner nun ein Bakugan einwechseln, welches eh schon fast besiegt ist, habt ihr Pech gehabt.

Aber nicht nur eure Bakugan könnt ihr stärker machen. Auch euer Charakter lässt sich, solltet ihr entsprechend viel Geld aufbringen können, mit einer Kämpfer-Fähigkeit austatten. Ich habe lange Zeit “Core-Magnet” benutzt. Mit diesem praktischen Gerät zieht ihr BakuCores in eurer Nähe an und euer Bakugan verzehrt sie sofort. Dadurch wird die Scheibe nicht erst zum Bakugan rüber beworfen und ihr werdet nicht ausgebremst, da ihr nicht stehen bleiben müsst, um den BakuCore aufzusammeln. Es gibt aber auch noch “Core-Verzehr”, welches ähnlich wie der Magnet funktioniert, die BakuCores allerdings nicht magnetisch anzieht und euch stattdessen mit ein bisschen Extra-Energie versorgt. Wer es eilig hat, bringt mit “Hast” etwas Schwung in die Sache und flitzt mit erhöhter Geschwindigkeit über das Kampffeld. Auch “Wegstoßen” ist eine tolle Fähigkeit, die euren Gegner im Kampf zu Bode wirft, um euch einen Vorteil zu verschaffen. Zu guter Letzt wären da dann noch die “Klebringen Füße”, die den Gegenspieler massiv ausbremsen, was mich immer dann gestört hat, wenn mein Gegner diese Fähigkeit besaß und gegen mich eingesetzt hat.

Technisches Desaster?

In unserer Vorschau erwähnte ich bereits, dass mir in der Lokalisierung ein paar Fehler aufgefallen sind. So wird im Tutorial von Dan Kouzo manchmal „Drücke die A/X-Knopf“ erwähnt, was sich einfach beheben lassen würde, indem man es „A-Taste“ nennt und einmal wurde ich von ihm gesiezt, obwohl wir sonst stets per du waren. Zudem gibt es auf dem Fußballplatz zwei Kinder, die den exakt gleichen Text von sich geben und auch das “Pause”-Menü im Kampf sollte übersetzt werden. Das war es aber leider noch nicht. Relativ früh gibt es die Aufgabe drei Plakate an bestimmten Orten in der Stadt aufzuhängen. Die Karte verrät uns diese Orte. Neben dem Fakt, dass es im Spiel leider keine Minimap gibt, können wir das letzte Plakat einfach nicht aufhängen. Mit einem Druck auf die X-Taste, sehe ich zwar den exakten Ort im Questlog, allerdings passiert an der Stelle einfach rein gar nichts – Quest somit nicht abschließbar. Zum Glück ist das nur eine Neben- und keine Story-Quest, aber ärgerlich ist das schon.

Version 1.01.01 des Spiels hat den Fehler mit dem Plakat behoben, wodurch sich die Quest nun erfolgreich abschließen lässt!

Leider nahm mein Abenteuer in Version 1.01.00 aufgrund technischer Hürden doch noch ein vorzeitiges Ende. Zunächst konnte ich in Old Town alle Missionen regulär spielen. Nachdem ich allerdings das Spiel beendet und neu gestartet habe, wurde ich mit einer Lizenzvereinbarung begrüßt, die ich bis zur Unendlichkeit weiterscrollen konnte. Als ich dann doch nochmal irgendwie ins Spiel gelangt bin, waren sämtliche Bushaltestellen gesperrt, wodurch ich letzten Endes in Zydeco Beach gefangen war und nicht mehr dort wegkam. Einen solchen Softlock habe ich noch gut von Digimon World in Erinnerung – ein Weiterkommen ist nun zumindest bis zu einem rettenden Patch nicht mehr möglich. Schade… Dabei mag ich das Spiel eigentlich!

Auch dieser Fehler wurde mit Version 1.01.01 behoben. Alle Bushaltestellen sind wieder frei zugänglich, das Abenteuer kann weitergehen!

Technisch gibt es an vielen Stellen im Spiel noch Probleme, wie etwa die teils mangelnde oder fehlerhafte Übersetzung und ich hoffe, dass diese noch ausgemerzt werden. Bakugan: Champions von Vestroia ist glücklicherweise nun doch nicht mehr unspielbar, solche Probleme hätten allerdings von Anfang an vermieden werden müssen, da auch die Handelsversion nun in einem mangelhaften Zustand ausgeliefert wird. Schade!

Bakugan: Champions von Vestroia
  • 5/10
    Verschenktes Potenzial - 5/10
5/10

Spaßige Anime-Adaption mit technischen Hürden

Bakugan: Champions von Vestroia ist technisch gesehen kein Vorzeigespiel für Nintendo Switch. Neben der fehlenden Minimap gibt es auch keine Speicherfunktion oder auch nur im Ansatz einen Hinweis auf Autosave. Ihr müsst dem Spiel einfach vertrauen und es beenden, solltet ihr fürs Erste genug haben. Die Geschichte entfaltet sich mit wachsendem Spielverlauf und hat mir tatsächlich Freude bereitet, wobei man hier keinen Hollywood-Blockbuster erwarten sollte. Die Kämpfe sind manchmal sehr einfach, manchmal aber auch extrem fordernd, vor allem aber wenn der Gegner häufig ohne erkennbaren Grund seine Bakugan auswechselt oder mehrere Attacken hintereinander einsetzt, was das aktive Spielgeschehen ausbremst, da ihr während der Animation bewegungsunfähig seid.

Gerade jetzt wo sich viele Pokémon-Fans von Pokémon Schwert und Pokémon Schild abwenden und es ungewiss ist, wie es hierzulande mit der YO-KAI WATCH-Reihe weitergeht, hätte Bakugan: Champions von Vestroia eine Lücke füllen können – wäre es nur nicht so halbherzig entwickelt worden.

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