Digital Foundry hat seine ausführliche Technik-Analyse zu Tomb Raider: Definitive Edition auf Nintendo Switch 2 und Nintendo Switch veröffentlicht. Untersucht wurden unter anderem Frame Rate, Auflösung, Grafik-Features und die technischen Abstriche im Vergleich zu den PlayStation 4- und PlayStation 3-Versionen.
Ein überraschender Release mit unerwarteten Problemen
Aspyr veröffentlichte ohne Ankündigung die Tomb Raider: Definitive Edition (2013) für Nintendo Switch und Nintendo Switch 2 – doch vor allem die Switch-2-Version sorgt für große Enttäuschung. Trotz deutlich stärkerer Hardware entfernt der Port zahlreiche visuelle Effekte, die sogar auf PS3 und Xbox 360 noch vorhanden waren.
Die Ankündigung kam ohne Vorwarnung – und sorgte zunächst für positive Überraschung. Doch nach ersten Analysen folgt Ernüchterung.
Starke grafische Einschnitte – sogar im Vergleich zur PS3
Die Nintendo Switch-2-Version verzichtet auf zahlreiche atmosphärische Effekte, die für das ursprüngliche Tomb Raider entscheidend waren. Im direkten Vergleich mit der PS4-Version – die wiederum selbst schon Elemente der PS3/X360-Fassung gestrichen hatte – wirkt der neue Port sichtbar abgespeckt.
Zu den größten Einschnitten zählen:
- deutlich reduzierte Schattenqualität,
- entfernte oder statisch eingefrorene Laubschatten,
- schwächere Ambient Occlusion,
- deutlich reduzierte Vegetation, wodurch Gebiete kahl und unfertig wirken,
- nicht korrekt ladende Tessellation, wodurch Geometrie flach und detailarm erscheint.
Das Ergebnis: Die sonst dichte, düstere Atmosphäre des Spiels wird merklich aufgehellt und ausgedünnt – was besonders auffällt, da andere Studios Nintendo Switch-2-Portierungen auf Series-S-Niveau oder sogar besser abliefern.
Brisantes Detail: Selbst PS3 hatte mehr Effekte
Ein ungewöhnlicher, aber zentraler Punkt:
Die Switch-2-Version entfernt Effekte, die sogar auf der ursprünglichen PS3-Version von 2013 enthalten waren – darunter dynamische Schatten und dichtere Umgebungsdetails.
Damit wirkt der Port stellenweise wie eine „Worst of both worlds“-Version, die Einbußen der PlayStation 4-Fassung übernimmt und zusätzliche Effekte streicht.
Fehlendes TressFX – fragwürdig auf der Switch 2
Ein besonders prominentes Feature fehlt komplett: TressFX, das damals neuartige, dynamische Haar-Rendering-System für Laras Ponytail.
Während sein Fehlen auf der Switch 1 technisch nachvollziehbar ist, wirft es auf der Nintendo Switch 2 Fragen auf – schließlich sollte die neue Hardware genug Reserven bieten.
Performance: Technisch stabil, aber Potenzial ungenutzt
Immerhin liefert die Nintendo Switch 2 einige Vorteile:
- konstante 60 FPS,
- 1080p Auflösung im Dock- und Handheld-Modus,
- verbesserte Texturen gegenüber der PS4.
Doch auch hier gibt es Einschränkungen:
Dass die Auflösung in beiden Modi auf 1080p fixiert ist, deutet laut Analyse darauf hin, dass Aspyr GPU-Headroom ungenutzt lässt – was umso unverständlicher wirkt, wenn gleichzeitig so viele grafische Features fehlen.
Switch-1-Version kämpft deutlich sichtbar
Auch die Nintendo Switch 1 erhält denselben visuellen Basisport – allerdings mit zusätzlichen Einschränkungen:
- 864p–900p (Docked), 720p (Handheld),
- 30 FPS, die oft auf 20 FPS einbrechen,
- starke Flicker-Effekte bei Schatten,
- aggressives LOD-Culling, wodurch entfernte Vegetation verschwindet,
- massive CPU-Bottlenecks in Szenen mit vielen NPCs.
Das macht klar: Die Switch-1-Version stößt an ihre Grenzen – aber die Switch 2 hätte deutlich mehr leisten können, tut es jedoch nicht.
Hoffnung auf bessere Ports von Rise und Shadow
Das Fazit fällt entsprechend deutlich aus:
Die Nintendo Switch-2-Version von Tomb Raider: Definitive Edition überzeugt technisch nicht und wirkt wie ein vorschneller, optisch reduzierter Port, der die Möglichkeiten der neuen Konsole kaum nutzt.
Sollten Aspyr und Crystal Dynamics Rise of the Tomb Raider und Shadow of the Tomb Raider ebenfalls auf Switch-Konsolen veröffentlichen, hoffen Fans auf umfangreichere, hochwertigere Portierungen, die den Spielen gerecht werden.
Tomb Raider: Definitive Edition bietet auf Nintendo Switch 2 eine saubere 1080p/60-FPS-Erfahrung mit spürbaren Grafik-Abstrichen. Die Switch-1-Version ist noch schlimmer dran.
Wer flüssiges Gameplay bevorzugt, findet auf der Switch 2 die bestperformende Konsolenfassung überhaupt, muss allerdings auch mit einigen Problemen leben.
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