Die Geschichte der Videospielindustrie wäre heute eine völlig andere, wenn Nintendo und Sony in den 90ern zusammengearbeitet hätten. Eine geplante Partnerschaft für ein SNES-CD-ROM-Add-on scheiterte in letzter Minute – eine Entscheidung, die zur Geburt der PlayStation führte und das Gaming-Universum nachhaltig prägte.
Nintendo & Sony: Vom Partner zum Rivalen
In den frühen 90ern schien es, als würden Nintendo und Sony gemeinsam an einem revolutionären CD-Add-on für das Super Nintendo arbeiten. Doch im letzten Moment zog Nintendo sich zurück und entschied sich stattdessen für eine Kooperation mit Philips. Das Ergebnis? Sony entwickelte kurzerhand die PlayStation – eine der erfolgreichsten Konsolen aller Zeiten.
Ein neuer Einblick von Shuhei Yoshida, ehemaliger PlayStation-Manager, beleuchtet nun, wie Nintendo später auch beim Nintendo 64 auf CD-ROMs verzichtete – ein Schritt, der das Unternehmen viele Third-Party-Entwickler kostete.
Squaresoft & der Wunsch nach CD-ROMs
Laut Yoshida hatte Squaresoft (heute Square Enix) versucht, Nintendo vom CD-Format für das N64 zu überzeugen. Hironobu Sakaguchi, der Schöpfer von Final Fantasy, träumte von einem filmähnlichen Spielerlebnis, doch Nintendo blieb bei Cartridges – mit gravierenden Folgen:
- CDs boten mehr Speicherplatz als Cartridges
- Günstigere Produktionskosten machten das Format attraktiver für Entwickler
- Final Fantasy verließ Nintendo und wurde zu einer der wichtigsten PlayStation-Exklusivserien
Nintendo glaubte nicht an CD-ROMs. Genau deshalb hatten sie ursprünglich das SNES-Add-on-Projekt an Sony lizenziert – weil sie dachten, CDs seien zu langsam, um jemals eine gute Plattform für Videospiele zu sein.“
Yoshida sagte in einem Interview mit GamesBeat:
Ich wurde zum leitenden Account-Manager für japanische Publisher und Entwickler. Unser Ziel war es, alle großen Spiele in Japan auf die PlayStation zu bringen. Damals gab es zwei große Teams, die eng mit Nintendo zusammenarbeiteten: Final Fantasy und Dragon Quest. Diese beiden Reihen waren für das japanische Publikum die beliebtesten Spiele. Wenn ein neuer Teil erschien, bildeten sich lange Warteschlangen vor den Geschäften. Es war sogar eine nationale Nachricht, wenn ein neues Dragon Quest veröffentlicht wurde – es gab Kontroversen darüber, dass Schüler krankmeldeten, um zu Hause spielen zu können.
Sakaguchi war enttäuscht über die Entscheidung. Squaresoft versuchte, Nintendo umzustimmen, aber sie glaubten nicht an CD-ROMs. Deshalb lizenzierten sie ursprünglich das SNES-Add-on an Sony – weil sie dachten, CDs seien zu langsam für Videospiele.
Natürlich waren sie anfangs nicht interessiert. Sie standen Nintendo sehr nahe. Aber Hironobu Sakaguchi, der Schöpfer von Final Fantasy, sah enormes Potenzial in CDs. Sein Traum war es, ein filmähnliches Final Fantasy zu erschaffen. Als er erfuhr, dass das Nintendo 64 weiterhin auf Cartridges setzte, war er enttäuscht – seine cineastischen Visionen ließen sich darauf nicht umsetzen. Squaresoft versuchte, Nintendo zu überzeugen, auf CDs umzusteigen, aber ohne Erfolg.
Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen
Nintendos Ablehnung von CD-ROMs bedeutete nicht nur den Verlust von Final Fantasy, sondern stärkte auch die PlayStation als leistungsstärkere Alternative mit breitem Third-Party-Support.
Während Nintendo mit der Wii und Switch später erneut bewies, dass innovative Hardware-Konzepte Erfolg bringen können, bleibt diese verpasste Partnerschaft mit Sony eine der wichtigsten Wendepunkte in der Gaming-Geschichte.
Was wäre gewesen, wenn Nintendo und Sony doch zusammengearbeitet hätten? Wir werden es nie erfahren – aber eines ist sicher: Die Gaming-Welt wäre heute eine völlig andere!
Nintendo Connect bei Google
Markiere uns als bevorzugte Quelle und bekomme unsere Nintendo-News künftig häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und Feeds angezeigt.
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen