Take-Two mobilisiert sein juristisches Team, um einen produktiven Grand-Theft-Auto-VI-Leaker aufzuspüren.
Hintergrund: Leaks vor geplanter Netflix-Enthüllung
Seit mehreren Tagen tauchen online GTA-6-Clips auf, kurz vor einer geplanten Enthüllung auf Netflix. Nun setzt Take-Two rechtliche Schritte ein, um die verantwortliche Person aufzuspüren und zu stoppen.
Das Unternehmen hat mehrere Vorladungen (Subpoenas) bei einem US-Bundesgericht eingereicht und fordert darin von Microsoft und Discord die Herausgabe von Aufzeichnungen zu Online-Konten, die Leaks des Spiels veröffentlicht und verbreitet haben sollen.
Wortlaut der Vorladung
„Das urheberrechtlich geschützte Material umfasst unter anderem audiovisuelle Inhalte, Artwork, Bilder, Dialoge oder andere kreative Elemente“, heißt es in einer am 20. August beim Southern District Court of New York eingereichten Vorladung, über die zuerst Kotaku berichtete.
Take-Two hat über seinen Rechtsbeistand eine eidesstattliche Erklärung eingereicht, die bestätigt, dass der Zweck der beantragten DMCA-Vorladung darin besteht, die Identität eines mutmaßlichen Rechtsverletzers oder mehrerer Rechtsverletzer zu ermitteln, und dass diese Informationen ausschließlich zum Schutz der Rechte von Take-Two verwendet werden…
Angeforderte Daten von Microsoft
Der Antrag fordert Nutzerdaten, die zur Identifizierung der betreffenden Person nötig sind, darunter „sämtliche internen Geschäftsunterlagen und Ermittlungsunterlagen von Microsoft im Zusammenhang mit Microsofts interner Untersuchung der Persona ‚cyberleek‘, die ausreichen, um den oder die Nutzer, Personen und/oder Einrichtungen zu identifizieren, die mit dieser Persona in Verbindung stehen.“
Angeforderte Daten von Discord
Auch von Discord werden entsprechende Informationen verlangt: „sämtliche identifizierenden Informationen zu allen Nutzerkonten, die im Zeitraum vom 1. Juni 2026 bis heute Mitglieder der unten aufgeführten Discord-Server waren beziehungsweise dort kommuniziert haben; sowie für diese Konten sämtliche zugehörigen Geräte- beziehungsweise Telemetrie-Aufzeichnungen, sofern eines oder mehrere der unten genannten Tool-/Datei-Artefakte auf dem System vorhanden waren.“
Konkret fordert der Antrag: „Für jedes ermittelte Konto: Konto-ID, Registrierungs-E-Mail, Registrierungs- und letzte Login-IP-Adressen, Telefonnummer, verknüpfte Konten (Google/Xbox/etc.), sämtliche zugehörigen Geräte-Identifikatoren (MachineGuid/MSA) sowie Inhalte im Zusammenhang mit Grand Theft Auto (‚GTA‘), Rockstar oder Cyberleek aus deren OneDrive-Konto.“
Verdacht: Leaks im Tausch gegen Kryptowährungs-Promotion
Die Person hinter dem Namen „Cyberleek“ soll vertrauliche Clips und Materialien zu GTA VI offenbar im Austausch für die Bewerbung einer Kryptowährung geteilt haben.
Spekulationen über deutsche Herkunft
Wer genau hinter der Persona „Cyberleek“ steckt, ist weiterhin unklar – eine verifizierte reale Identität liegt bislang nicht vor. In der Berichterstattung gibt es allerdings Hinweise, die eine mögliche Verbindung nach Deutschland nahelegen. Das Fachmagazin PC Gamer berichtet, dass sowohl die Website des Leakers als auch zwei zugehörige Spiegelserver bei einem deutschen Hosting-Anbieter liegen. Der Autor des Artikels vermutet zudem, dass es sich bei der Person nicht um einen Rockstar-Mitarbeiter oder -Vertragspartner handelt, sondern eher um jemanden, der bereits vor rund einem Jahrzehnt aktiv in Gaming-Communities unterwegs war – abgeleitet unter anderem aus Formulierungen im veröffentlichten Manifest, die sich unter anderem gegen On-Disc-DLCs richten, ein Kritikpunkt, der eher aus einer älteren Ära der Branchendebatte stammt.
Andere Medien gehen mit entsprechenden Spekulationen deutlich vorsichtiger um: Das Portal LatestLY betont ausdrücklich, dass mutmaßliche Verbindungen zu einem deutschen IT-Forum-Nutzer bislang spekulativ und nicht belegt seien. Auch Dexerto warnt in diesem Zusammenhang generell vor Fehlzuschreibungen: Mehrere Social-Media-Profile, die vorgeben, offiziell für Cyberleek zu sprechen, dürften laut dem Insider VideoTech tatsächlich gefälscht sein und nicht der ursprünglichen leakenden Person gehören.
In verschiedenen, weniger seriös einzuordnenden Online-Quellen kursieren zudem deutlich konkretere, unbelegte Behauptungen zu Identität, Alter, Beruf und technischer Infrastruktur der Person – diese Angaben stammen jedoch nicht aus verifizierten journalistischen Recherchen und lassen sich unabhängig nicht bestätigen. Bis es konkrete Belege gibt, bitten wir also, dass auch ihr euch mit Spekulationen zurückhaltet.
Nintendo Connect bei Google
Markiere uns als bevorzugte Quelle und bekomme unsere Nintendo-News künftig häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und Feeds angezeigt.
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen