Der game – Verband der deutschen Games-Branche hat seinen Jahresreport 2026 veröffentlicht. Die offizielle Jahrespublikation bündelt in einer umfangreichen PDF-Datei zentrale Daten zu Spielerinnen und Spielern, zum Games-Markt sowie zur Games-Branche in Deutschland für das Kalenderjahr 2025.
Durchschnittsalter liegt bei 38,3 Jahren
Laut Jahresreport spielen in Deutschland 41,2 Millionen Menschen Computer- und Videospiele. Unter den 6- bis 69-Jährigen sind das rund 6 von 10 Menschen. Das Durchschnittsalter der Spielenden liegt bei 38,3 Jahren, 79 Prozent sind mindestens 18 Jahre alt.
Bei der Aufschlüsselung nach Altersgruppen stellen Spielende ab 60 Jahren mit 18 Prozent zwar die größte einzelne Gruppe, jedoch keine Mehrheit: Über 80 Prozent der Spielenden in Deutschland sind demnach weiterhin jünger als 60 Jahre. 17 Prozent der Spielenden sind zwischen 30 und 39 Jahre alt. 46 Prozent der Spielenden sind Frauen, 54 Prozent Männer.
Das Smartphone ist mit 23,7 Millionen Spielenden die am häufigsten genutzte Plattform, gefolgt von der Spielekonsole mit 22,1 Millionen. Rund 14 Millionen Menschen spielen am PC, 9,9 Millionen auf dem Tablet. Etwa 19 Millionen Menschen in Deutschland nutzen für Games zwei oder mehr Geräte parallel.
Meistverkaufte Spiele 2025
Die Spitze der meistverkauften PC- und Konsolen-Neuerscheinungen 2025 belegte die Fußballsimulation EA Sports FC 26 (Electronic Arts), gefolgt vom Shooter Battlefield 6 (Electronic Arts) und Mario Kart World (Nintendo) auf Platz drei. Es folgen Assassin’s Creed Shadows (Ubisoft) und Split Fiction (Electronic Arts). Auch weitere Nintendo-Titel schafften es in die Top 20: Pokémon Legenden: Z-A auf Platz 14, Donkey Kong Bananza auf Platz 17 sowie Super Mario Galaxy + Super Mario Galaxy 2 auf Platz 18.
Bei den Mobile Games führte Block Blast! von Hungry Studio die Liste der am häufigsten heruntergeladenen Spiele an, vor Vita Mahjong und Roblox.
Games-Markt wächst auf 9,4 Milliarden Euro
Der Umsatz mit Games, Games-Hardware und Online-Gaming-Services lag 2025 in Deutschland bei rund 9,4 Milliarden Euro, ein Wachstum von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist Deutschland weiterhin der größte Games-Markt Europas und der fünftgrößte weltweit.
Die einzelnen Teilmärkte entwickelten sich dabei unterschiedlich:
- Games sowie In-Game- und In-App-Käufe: 4,9 Milliarden Euro (−1 Prozent)
- Games-Hardware und Zubehör: 3,4 Milliarden Euro (+12 Prozent)
- Online-Gaming-Services: erstmals über 1 Milliarde Euro (+7 Prozent)
Beim Kauf von Games über alle Plattformen hinweg wurden 807 Millionen Euro umgesetzt, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz mit In-Game- und In-App-Käufen legte dagegen um 1 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu. Mit Mobile Games wurden 2025 rund 2,7 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von rund 3 Prozent, wovon 97 Prozent auf In-App-Käufe entfielen. Bei Games-Hardware trieb vor allem der Start der Nintendo Switch 2 im Juni 2025 den Umsatz mit Spielekonsolen um 26 Prozent auf über eine Milliarde Euro.
Rund 7 von 10 Games für PC und Konsole wurden 2025 in Deutschland als Download gekauft, ein Anteil von 69 Prozent. Bei PC-Spielen liegt der Download-Anteil bei rund 99 Prozent, bei Konsolenspielen dagegen nur bei 42 Prozent.
956 aktive Games-Unternehmen in Deutschland
Die Branche selbst zählt laut Report 956 aktive Games-Unternehmen in Deutschland, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon sind 474 reine Entwicklerstudios, 427 Unternehmen entwickeln und publizieren gleichzeitig, 55 sind reine Publisher.
Bei Games-Entwicklern und Publishern arbeiten insgesamt 12.235 Menschen, ein Rückgang um 3 Prozent und damit bereits das zweite Jahr in Folge rückläufig. Insgesamt sichert die Games-Branche in Deutschland laut Verband über 30.000 Arbeitsplätze, wenn zusätzlich Beschäftigte in Bildungseinrichtungen, Medien, Handel und im öffentlichen Sektor mitgezählt werden.
Von 100 Euro, die in Deutschland für Games ausgegeben werden, bleiben laut Report 5,50 Euro bei deutschen Games-Unternehmen.
Nintendo of Europe größtes Games-Unternehmen in Deutschland
Nach Mitarbeiterzahl führt Nintendo of Europe mit Sitz in Hessen und 965 Beschäftigten die Liste der größten Games-Unternehmen in Deutschland an. Dahinter folgen Ubisoft (Berlin, NRW, Rheinland-Pfalz) mit 615 sowie Stillfront (Berlin, Hamburg) mit 442 Beschäftigten. Die weiteren Plätze der Top 10 belegen InnoGames (Hamburg, 350), Crytek (Hessen, 340), GAMEFORGE 4D (Baden-Württemberg, 300), wooga (Berlin, 270), PLAION (Bayern, 180) sowie punktgleich Electronic Arts (NRW) und die Kalypso Media Group (Rheinland-Pfalz) mit jeweils 150 Beschäftigten.
Wirtschaftliche Stimmung leicht optimistischer
Laut dem game Branchenbarometer 2026 erwarten 29 Prozent der Games-Unternehmen für 2026 eine positive Entwicklung der Branche, nach 17 Prozent im Vorjahr. Eine negative Entwicklung erwarten 31 Prozent der Unternehmen, nach 45 Prozent im Vorjahr. Die eigene wirtschaftliche Lage bewerten die Unternehmen mit 53 Prozent positiver Erwartung dabei deutlich optimistischer als die Lage der Branche insgesamt. Bei der Personalplanung bleiben die Unternehmen mit 32 Prozent geplanten Neueinstellungen gegenüber dem Vorjahr unverändert zurückhaltend.
Der weltweite Games-Markt wuchs laut Newzoo-Daten 2025 auf 201,6 Milliarden US-Dollar, für 2026 werden weltweit 213,9 Milliarden US-Dollar erwartet.
gamescom 2025 mit neuen Rekorden
Die gamescom 2025 verzeichnete laut Report 357.000 Besuchende aus 128 Ländern sowie 1.568 Aussteller aus 72 Ländern auf einer Rekord-Bruttofläche von 233.000 Quadratmetern. Die gamescom Opening Night Live mit Host Geoff Keighley und Co-Moderatorin Sjokz erzielte online mit 91 Millionen Views einen neuen Rekord, über 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden die Videoformate der gamescom weltweit über 1,1 Milliarden Mal angesehen, ein Plus von 101 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 34.000 Fachbesuchende tauschten sich in der Business Area aus.
Die frühere Entwicklerkonferenz devcom heißt seit Oktober 2025 gamescom dev und verzeichnete 2025 rund 5.400 registrierte Teilnehmende aus 89 Ländern.
Deutscher Computerspielpreis 2026: The Darkest Files als bestes deutsches Spiel
Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2026 im Herkulessaal der Münchner Residenz gewann The Darkest Files von Paintbucket Games die Hauptkategorie Bestes Deutsches Spiel sowie zusätzlich die Auszeichnung Bestes Serious Game. Weitere Preisträger waren unter anderem Tiny Bookshop von neoludic games (Nachwuchspreis Bestes Debüt), Anno 117: Pax Romana von Ubisoft Mainz (Beste Innovation und Technologie) sowie Super Meat Boy 3D von Sluggerfly (Bestes Gamedesign). Studio des Jahres wurde weltenbauer. Software Entwicklung aus Wiesbaden.
USK: Über 58.000 Prüfverfahren seit 1994
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat seit 1994 über 58.000 Prüfverfahren zur Altersfreigabe durchgeführt. Ergänzend sorgen rund 19 Millionen Alterskennzeichen online für Orientierung, über das 2025 von den Obersten Landesjugendbehörden rechtlich anerkannte IARC-System. 2025 betrafen potenzielle Nutzungsrisiken wie Chats, In-Game-Käufe oder Lootboxen knapp 30 Prozent der geprüften Spiele, wovon rund ein Drittel zu einer höheren Altersfreigabe führte.
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