Hideo Kojima „wirklich traurig“ über Sonys Disc-Entscheidung – besorgt über Zukunft des Eigentums

Hideo Kojima, Regisseur von Death Stranding und Metal Gear, hat beim Filmfestival „Il Cinema in Piazza“ in Italien auf Sonys Ankündigung reagiert, die Produktion physischer Discs für PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen. Übersetzt von Genki, äußerte er sich sowohl zur Entscheidung selbst als auch zu seinen weitergehenden Bedenken rund um Cloud-Gaming und digitales Eigentum.

Kojima erklärte:

Da die Produktion 2028 eingestellt wird – hier geht es zwar um Videospiele, aber ich bin mit physischen Datenträgern aufgewachsen, daher finde ich das wirklich traurig. Derzeit kaufe ich mir viele Blu-rays, zum Beispiel verschiedene Filme, und auch CDs.

Bei Spielen ist die Situation anders [als bei Filmen], da sie auf die Festplatte heruntergeladen werden, was bedeutet, dass die Spieldaten auf der eigenen Hardware verbleiben. Sollte sich der Trend in Zukunft jedoch in Richtung Streaming verschieben, wird das nicht mehr der Fall sein.

Er fuhr fort:

Bei Streaming-Abonnementdiensten wie Netflix oder Amazon gibt es irgendwo einen Server, und ihr habt im Wesentlichen nur das Recht, den Hahn aufzudrehen, und wenn ihr das tut, fließen die Daten heraus. So funktionieren Filme auf diesen Plattformen, oder? Ihr ladet die Daten nicht herunter, ihr greift direkt über ein Abonnement darauf zu. Und die Konsequenz davon ist, dass ihr die Daten nicht wirklich selbst besitzt.

Es gibt Unternehmen, die diese Server besitzen und es euch gegen eine monatliche Gebühr erlauben, den Hahn aufzudrehen. Jedoch muss man bei Nationen, Politik und verschiedenen Denkweisen natürlich die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass wenn es eine Veränderung gibt, die Daten im Inneren nicht mehr verteilt werden. Und wenn das passiert, werdet ihr die Filme und Spiele, die ihr mögt, nicht mehr ansehen oder spielen können.

Das ist das Erschreckende. Was also 2028 mit Videospielen passiert, könnte auch mit Filmen passieren. Ich möchte, dass alle das im Hinterkopf behalten.

Kojimas Äußerungen spiegeln einen Tweet aus dem Jahr 2021 wider, der diese Woche erneut die Runde macht. Darin schrieb er: „Irgendwann werden sogar digitale Daten nicht mehr von Einzelpersonen auf eigene Initiative besessen. Wann immer es eine große Veränderung oder einen Unfall in der Welt, in einem Land, in einer Regierung, in einer Idee, in einem Trend gibt, kann der Zugang dazu plötzlich unterbrochen werden.“

Sony hatte unterdessen gegenüber Entwicklungspartnern klargestellt, dass Discs für bereits vor 2028 erschienene Spiele weiterhin nachgedruckt werden dürfen. Für neue Spiele sollen Publisher die Möglichkeit erhalten, physische Boxen mit Download-Codes anzubieten – ähnlich wie es bereits bei GTA VI der Fall sein wird.

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