GameStop vor radikalem Umbruch: Hunderte US-Filialen schließen – während CEO auf Milliarden spekuliert

Der Jahresbeginn 2026 fühlt sich für viele GameStop-Kunden in den USA nicht nach Aufbruch an, sondern nach Abschied. Laut einem Bericht von unter anderem Polygon tauchten in mehreren Städten in den vergangenen Tagen unscheinbare Aushänge in den Schaufenstern auf: Hinweise auf bevorstehende Filialschließungen, teilweise ergänzt durch QR-Codes und letzte Rabattaktionen. Wer nur kurz stöbern wollte, stand plötzlich vor der Erkenntnis, dass es womöglich der letzte Besuch in „seinem“ Store ist.

Besonders spürbar wird der Einschnitt im Alltag. Wo früher der spontane Abstecher nach der Arbeit möglich war, liegt die nächste Filiale nun oft viele Kilometer entfernt. GameStop war für viele mehr als nur ein Laden – es war ein Ort für Gespräche über neue Releases, für Sammler-Editionen, für das Gefühl, Teil einer Gaming-Community zu sein. In Deutschland ist dieses Kapitel bereits abgeschlossen.

Keine offizielle Zahl – doch die Dimension wird sichtbar

Wie viele Stores tatsächlich betroffen sind, lässt sich aktuell nur grob abschätzen. Eine zentrale Übersicht gibt es nicht. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass bereits in einer ersten Welle bis zu knapp 400 Filialen geschlossen wurden oder kurz vor dem Aus stehen.

Parallel dazu übernimmt die Community selbst die Dokumentation. Auf inoffiziellen Trackern werden Meldungen zu bestätigten und vermuteten Schließungen gesammelt und laufend aktualisiert. Dieses Bedürfnis nach Transparenz zeigt, wie groß die Verunsicherung ist – und wie wenig Klarheit GameStop bislang selbst schafft.

Mitarbeitende zwischen Frust und Zukunftsangst

In sozialen Netzwerken und Foren wie Reddit und ResetEra melden sich immer häufiger auch Beschäftigte zu Wort. Viele berichten von sehr kurzer Vorlaufzeit, unklaren Perspektiven und der Sorge, dass weitere Standorte folgen könnten. Besonders bitter: Auch Filialen mit stabilen Umsätzen scheinen nicht automatisch geschützt zu sein.

Die Diskussionen schwanken zwischen Enttäuschung, Wut und einer gewissen Resignation. Für manche ist es nicht nur ein Arbeitsplatz, der verschwindet, sondern ein Umfeld, das sie über Jahre mit aufgebaut haben. Die emotionale Bindung an den stationären Handel ist in der Gaming-Szene nach wie vor stark – gerade deshalb treffen die Schließungen einen empfindlichen Nerv.

Während unten gespart wird, lockt oben ein Milliardenpaket

Fast zeitgleich sorgt eine zweite Nachricht für zusätzliche Brisanz: GameStop stellt seinem CEO Ryan Cohen ein außergewöhnlich großes, leistungsabhängiges Optionspaket in Aussicht. Im Erfolgsfall könnte dessen Wert in den Bereich von bis zu 35 Milliarden US-Dollar steigen.

Die Hürden dafür sind allerdings extrem hoch. Das Unternehmen müsste seinen Börsenwert massiv steigern und operative Zielmarken erreichen, die aktuell weit entfernt wirken. Dennoch sorgt allein die Größenordnung für Diskussionen – vor allem im Kontrast zu den laufenden Filialschließungen und der Unsicherheit vieler Mitarbeitender.

Während die Angestellten über ihre Situation klagen, strebt GameStop als Konzern nach Wachstum. CEO Ryan Cohen wurden kürzlich Aktienoptionen im Wert von 35 Milliarden US-Dollar versprochen – allerdings nur, wenn der Einzelhändler eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden US-Dollar und einen kumulierten Gewinn von mindestens 10 Milliarden US-Dollar erreicht. Das sind ambitionierte Ziele. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung von GameStop bei 9,51 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen müsste sich verzehnfachen, damit Cohen den Bonus erhält.

Doch Cohen hat durchaus einen Anreiz, diese Zahlen zu erreichen. Laut einer SEC-Meldung erhält der CEO ansonsten „keine garantierte Vergütung – kein Gehalt, keine Bonuszahlungen und keine Aktien, die sich automatisch mit der Zeit freigeben“. „Stattdessen ist seine Vergütung vollständig risikobehaftet, das heißt, er erhält nur dann eine Vergütung, wenn das Unternehmen signifikante Markt- und Betriebsziele erreicht.“

Während Cohen auf einen großen Zahltag hofft, haben die entlassenen Arbeiter den Beginn des Jahres 2026 damit verbracht, ihre Enttäuschung zum Ausdruck zu bringen.

Das Signal wirkt widersprüchlich: Während auf Store-Ebene Kosten gesenkt und Strukturen abgebaut werden, wird auf Management-Ebene mit langfristigen Wachstumsfantasien kalkuliert. Selbst wenn die Auszahlung nicht garantiert ist, bleibt der kommunikative Beigeschmack.

„GameStop hat den verrotteten Kaugummi an meinem Schuh nicht verdient, aber ich werde meinen Laden vermissen“, schrieb ein Mitarbeiter kürzlich in einem Reddit-Thread, in dem Beschwerden gesammelt wurden . „Diese Filiale war mein GameStop aus Kindertagen. Ich habe sogar eine Liste gefunden, die ich als Kind geschrieben hatte, und auf der GameStop zu meinen Lieblingsdingen gehörte.“

Ein weiteres Warnsignal für den stationären Spielehandel

GameStop setzt mit dem Start ins Jahr 2026 ein deutliches Zeichen: Der klassische Retail-Ansatz steht weiter unter Druck. Onlinehandel, digitale Downloads und verändertes Kaufverhalten lassen die Rolle physischer Stores schrumpfen – selbst bei einer Marke, die lange als Symbol der Gaming-Kultur galt. Auch wenn es durchaus einiges an Kritik gab.

Ob die aktuelle Schließungswelle der Auftakt einer größeren Restrukturierung ist oder lediglich ein schmerzhafter Zwischenschritt, bleibt offen. Für viele Fans und Mitarbeitende fühlt es sich jedoch bereits jetzt wie das langsame Verschwinden einer Ära an.

Google Suche

Nintendo Connect bei Google

Markiere uns als bevorzugte Quelle und bekomme unsere Nintendo-News künftig häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und Feeds angezeigt.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Trustpilot
TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste
Total
0
Share