Ein engagierter Nintendo-Fan hat sich einem fast vergessenen Stück Videospielgeschichte angenommen: der Arcade-Version von Wild Gunman aus dem Jahr 1974.
Wild Gunman (japanisch: ワイルドガンマン) ist eine Lightgun-Videospielreihe von Nintendo in Form eines Westernduells, die zunächst 1974 als elektromechanisches Projektionsspiel erschien. Es zählt zu den ersten derartigen Spielen des Genres, in dem ein 16-mm-Filmprojektor eingesetzt wurde. Außerdem gehört es mit zu den ersten Virtual-Reality-Spielen. Der Entwickler war Gunpei Yokoi, der auch an der Entwicklung des Game Boys beteiligt war.
Später erschienen sowohl weitere Arcade-Versionen als auch Umsetzungen für Spielkonsolen.
Viele Spieler kennen wahrscheinlich nur die spätere NES-Version. Die Projektor-Technik wurde dem Original leider zum Verhängnis: Die Filmrollen nutzten sich mit der Zeit stark ab – viele gelten heute als verloren.
Rettungsaktion für verlorene Filmrollen
Sammler Callan Brown machte es sich zur Aufgabe, das Spiel zu bewahren. Nach intensiver Suche konnte er:
- Zwei vollständige Filmrollen sichern
- Teile einer dritten Rolle finden
- Die vierte Rolle bleibt bislang verschollen
Das gerettete Material wurde anschließend digitalisiert, wodurch ein Großteil der originalen FMV-Aufnahmen langfristig erhalten bleibt.
Moderner Nachbau des Arcade-Automaten
Neben der Sicherung der Filmsequenzen baute Brown auch einen funktionalen Arcade-Automaten nach:
- Gehäuse aus Holz und 3D-gedruckten Teilen
- Lichtpistole mit Infrarot-Technik, ähnlich der Wii-Fernbedienung
- Gameplay basiert weiterhin auf Timing und Reaktionsfähigkeit
Das Ergebnis ist keine exakte 1:1-Rekonstruktion, kommt dem Original aber erstaunlich nahe.
Die Arbeit von Callan Brown ist nicht nur ein beeindruckendes Fanprojekt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung von Videospielgeschichte. Gerade bei frühen Arcade-Titeln wie Wild Gunman, die auf physischem Filmmaterial basieren, droht ohne solche Initiativen ein kompletter Verlust.
Wie Nintendo auf diesen inoffiziellen Nachbau reagiert, bleibt abzuwarten – für Fans und Historiker dürfte das Projekt jedoch ein echter Gewinn sein.
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