Game Boy Camera ans Teleskop angeschlossen – Fotos von Mond und Jupiter aufgenommen

Die Game Boy Camera mag bei ihrer Veröffentlichung 1998 technisch schon nicht beeindruckend gewesen sein – die Aufnahmen waren körnig und qualitativ stark limitiert. Trotzdem übt das Gerät bis heute eine gewisse Faszination aus, weshalb es auch Jahrzehnte später noch für kreative Projekte genutzt wird, die Nintendo damals wohl kaum vorausgesehen hat.

Die Game Boy Camera wird in den Modulschacht des Game Boy, Game Boy Pocket, Game Boy Color, Game Boy Advance, Game Boy Advance SP, Super Nintendo Super Game Boy oder Nintendo GameCube Game Boy Player gesteckt. Mit ihr können einzelne Fotos oder Bildfolgen aufgenommen und mit den entsprechenden Optionen der Game Boy Camera bearbeitet werden.

Zudem bietet die Game Boy Camera einige Mini-Spiele. Das Kamera-„Auge“ lässt sich um 180° im Uhrzeigersinn und wieder zurück drehen.

TikTok-Nutzer und Chiptune-Ska-Musiker Chris Graue, auch bekannt unter dem Namen „Lo(u)ser“, hat sich genau dieser Herausforderung gestellt. In Zusammenarbeit mit dem Mount Wilson Observatory in Kalifornien verband Graue die Game Boy Camera mit einem Teleskop, um Aufnahmen des Weltraums zu machen.

@chrisgraue

is this the largest lens on a game boy camera ever?

♬ original sound – Lo(u)ser {Chris Graue}

Besonders bemerkenswert ist dabei die Wahl des Teleskops: Graue nutzte unter anderem das Hooker-Teleskop des Observatoriums – jenes Teleskop, mit dem Astronom Edwin Hubble im Jahr 1923 bewies, dass das Universum über die Milchstraße hinausreicht. Zusätzlich kam das noch ältere 60-Zoll-Teleskop von 1908 zum Einsatz.

Mit Hilfe eines speziell 3D-gedruckten Gehäuses sowie eigens angefertigten Adaptern für die jeweiligen Teleskop-Okulare gelang es Graue, die Game Boy Camera anzuschließen. Sein erklärtes Ziel: das am weitesten entfernte Objekt zu fotografieren, das sich mit Nintendos vierfarbiger, 128-Pixel-Kamera von 1998 einfangen lässt.

Zunächst richtete Graue das Teleskop auf den Mond – wobei dieser Versuch laut eigener Aussage „völlig überdimensioniert“ für ein derart nahes Ziel war, da durch das Okular jeweils nur ein kleiner Ausschnitt der Mondoberfläche sichtbar war. Anschließend folgten Aufnahmen des rund 484 Millionen Meilen entfernten Planeten Jupiter. Trotz starker Bildbeschneidung durch die Game Boy Camera ließen sich auf den Fotos die charakteristischen Streifen des Gasriesen erkennen.

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