Titelbild dieser News ©Hamburg Messe und Congress / Rolf Otzipka
2022 fand erstmalig in Hamburg die POLARIS Convention statt (ab hier nur noch POLARIS) und zog schon damals 10.000 Besucher an. Ähnlich wie die DoKomi in Düsseldorf wird hier nicht nur das Thema Anime und allgemein Japan thematisiert, sondern auch viele andere Aspekte der Popkultur wie zum Beispiel Videospiele, eine Artist Alley, eine Cosplay-Area und auch ein Retro-Flohmarkt.
Wir waren dieses Jahr auch wieder dort und möchten euch – besonders im Vergleich zum Vorjahr – berichten, was uns gefallen hat und ob sich die Reise nach Hamburg gelohnt hat.

Organisation – Level Up
Gerade im Jahr 2024, in dem die POLARIS extrem an Popularität gewonnen hatte, waren die Hallen sehr voll und man wurde nahezu aneinandergekuschelt. Besonders auffällig war dies damals in der Artist Alley, die nahezu klaustrophobisch wirkte.
Hier hat der Veranstalter gut reagiert und die Gänge breiter gemacht, sodass viel mehr Freiräume entstehen konnten. Die Anordnung wurde ebenfalls geändert, sodass die POLARIS dieses Mal über den Eingang West betreten wurde. Letztes Jahr wurden die Besucher über den recht kleinen Ost-Eingang hereingelassen.
Dies führte dazu, dass sich sofort Trauben bildeten und ein Durchkommen kaum möglich war. Als Hinweis sei hier erwähnt, dass wir immer am Samstag vor Ort waren – natürlich ist dort der Besucherandrang am größten.
Der Bereich, in dem es dieses Jahr traditionell japanische Gerichte gab, wurde in eine andere Halle verschoben. Somit war alles kompakter zu erreichen, und man musste nicht mehr die ganze Messe von A bis B laufen, um alles zu sehen.
Lediglich der Retro-Flohmarkt wurde stark verkleinert und auf sehr engem Raum eingeplant. Dadurch hat es keinen Spaß gemacht, durch die Kindheit bzw. Vergangenheit zu stöbern. Jedem Besucher sollte aber klar sein, dass dort nicht unbedingt nur Schnäppchen zu finden sind.
Für knapp 300–400 Euro gehört euch ein gut erhaltenes SNES-Spiel zum Beispiel. Für uns war es aber die Gelegenheit, mal einige Geräte in der Hand zu halten, die extrem selten geworden sind.

Der Eingangsbereich wurde von zahlreichen Sicherheitsleuten bewacht und der Einlass erfolgte in einem angenehmen Tempo. Der Einlass erfolgte über verschiedene Lanes (Cosplay, Messebesucher und Sonstige – Presse, Content Creator usw.).
Die mit Abstand längste Schlange war jene der Cosplayer, denn davon waren – wie es sich für eine Anime-Messe gehört – sehr viele vertreten. Und wer nicht hinter dem Mond lebt, kann sich auch schon vorstellen, welche Cosplays dieses Jahr dominiert haben.
Von Hollow Knight bis zum „Unglaublichen Digitalen Zirkus“
Nicht nur für Videospielfans gab es den ein oder anderen Hingucker unter den fantastischen Kostümen, die dieses Jahr auf der Messe vertreten waren.
Obgleich ich Dipper von Gravity Falls personifizierte, hatten andere komplette Anzüge oder Garnituren für die Convention bereitgestellt. Ein Space Marine von Warhammer stapfte mit lauten Schritten an uns vorbei, und wenige Schritte dahinter wanderten „bewaffnete“ Soldaten aus Call of Duty.
Aufgrund der Aktualität hatte natürlich K-Pop Demon Hunters im Filmbereich die Überhand an Cosplays. Doch auch Hollow Knight hat – besonders im Vergleich zum letzten Jahr – stark an Popularität gewonnen.
So konnten wir mehrere unterschiedliche Interpretationen von Hornet aus Hollow Knight: Silksong sehen und sogar Sherma, einen der Begleiter von Hornet. Im Zwischenbereich haben sich immer die jeweiligen Gruppen zusammengefunden, und man konnte somit die komplette Crew aus One Piece entdecken oder auch eine Horde Villager aus Minecraft.
Wer die POLARIS also für die wunderschönen Kostüme besucht, sollte nächstes Jahr nicht zurückschrecken. Die Menschen, die mit Herzblut ihre Kostüme bis ins kleinste Detail durchplanen und meist auch selbst gestalten, freuen sich über jedes Foto und gehören für ihre Arbeit honoriert.

Die Artist Alley – Der Staubsauger für den Geldbeutel
Die meiste Zeit haben wir in der Artist Alley verbracht, wo zahlreiche kleine oder größere Künstler ihre Werke vorstellen und natürlich auch zum Verkauf anbieten.
Viele Gesichter sind uns schon vom vorherigen Jahr bekannt gewesen, aber auch einige Neuzugänge waren vertreten. Neben T-Shirts, Pins und Stickern gab es auch zahlreiche Prints, Figuren oder Brillenputztücher zu entdecken – einige davon sogar mit Interpretationen aus Nintendo-Spielen wie Yoshi, Mario oder Zelda.
Egal, für was ihr euch im Bereich Anime oder Videospiele interessiert: Ihr werdet definitiv fündig.
Als großer Fan von Hollow Knight hatte ich einige Stände gefunden, die sofort mein Herz höherschlagen ließen. Besonders wenn man bedenkt, dass Hollow Knight: Silksong gerade mal einen Monat alt ist, gab es schon einiges an Merchandise für den Titel zu entdecken.

Verglichen mit der Artist Alley gab es noch einen wesentlich größeren Bereich in der gegenüberliegenden Halle. Dort haben sich eher größere Händler getroffen, die große Figuren, riesige Plüschtiere oder Goodie Bags verkauften.
Wer Lust hatte, konnte sogar an diversen Orten in der POLARIS ein Tattoo erhalten. Hier war allerdings mit extremen Wartezeiten zu rechnen – da das Stechen eines Tattoos bekanntlich nicht gerade schnell geht (und das ist auch gut so).
Besonders fasziniert haben uns die Stände, an denen man Repliken aus Anime, Filmen oder Spielen kaufen konnte – in Form von Schwertern oder anderen Objekten – sowie der Stand, der eine schier unendliche Auswahl an Pokémon-Karten zum Verkauf anbot.
Als kleiner Favorit möchten wir hier den Stand von BunBunShop hervorheben, der absolut knuffige Produkte anbietet und selbst sogar Pins für Videospielikonen wie Kirby oder Link anbietet.
Für den heißen Hunger und den Drang zu zocken
Wer schon immer mal traditionelles japanisches (oder asiatisches) Essen ausprobieren wollte, konnte im Munchi Markt alles probieren, was das Herz begehrt.
Reisbällchen, Mochi oder klassisches Sushi wurden in verschiedenen Formen angeboten und waren sehr gut für den heißen Hunger geeignet. Wer aber nicht so viel auf asiatische Hausmannskost stand, konnte sich draußen an diversen Ständen auch eher klassisches Essen wie Currywurst oder ähnliches besorgen.
An verschiedenen Stellen auf dem Messegelände gab es außerdem Gratisprodukte oder Gratisgetränke, wenn man sich denn an die recht lange Schlange anstellen wollte.

In der Sandbox konnte man – neben dem Retro-Flohmarkt – auch diverse Publisher und Entwickler antreffen, die Stationen zum Anspielen aktueller Titel anboten. Natürlich war auch Nintendo vertreten, wo man allein oder gemeinsam Mario Kart World, den neuesten Ableger der Reihe, anspielen konnte.
Auch Donkey Kong Bananza war mit von der Partie. Bei Bandai Namco hatten wir uns nicht angestellt, konnten aber diverse Anspielstationen mit Little Nightmares III erspähen.
Ein paar Meter weiter befand sich die große Bühne, die stetig mit Programm gefüllt wurde – selbst wenn es nur kleinere Auftritte waren.
Ein wenig weiter lag die Content Creator-Ecke, wo man nicht nur bekannte Gesichter sehen, sondern auch besondere Erlebnisse mit speziellen Angeboten wahrnehmen konnte. So bot Fujifilm ein kleines Shooting mit ihrer Instax-Kamera an – eine sehr nette Geste für eine schöne Erinnerung.
Richtig cool war auch die Retro-Ecke, in der man alte (und wir reden hier nicht vom NES) Konsolen und Spiele anspielen konnte. Einige davon steuerten sich klassisch mit Knüppel und einem Knopf.
Passend dazu wurden die Titel auf eingebauten Bildschirmen oder sogar auf den guten alten Röhrenmonitoren abgespielt. Für viele Besucher – und auch Videospielfans – ist dies eine einmalige Gelegenheit, zu erleben, wie „anders“ Videospiele damals gewesen sind.
Besucherempfehlung für das nächste Jahr
Wer im hohen Norden Deutschlands wohnt und schon immer einmal eine Convention besuchen wollte, die sich auf Anime, Japan und Videospiele fokussiert, sollte sich den Besuch der POLARIS im nächsten Jahr nicht entgehen lassen. Wir waren vor allem durch die organisatorischen Verbesserungen dieses Mal noch mehr angetan als im Vorjahr.
Wie die Veranstalter verlauten ließen, haben über 50.000 Besucherinnen und Besucher die Messe an den drei Tagen in Hamburg besucht – eine Steigerung von rund 10.000 Gästen im Vergleich zu 2024.
Ob ihr als Cosplayer dabei sein möchtet oder einfach nur alles erkunden wollt, liegt ganz in eurer Hand. Der Veranstalter bietet zudem eine praktische App mit interaktiver Karte, über die man sich wunderbar orientieren und sofort sehen kann, welcher Stand zu wem gehört.
Einige Künstler führten außerdem kleine Stamp Ralleys durch, bei denen ihr Goodies erhalten konntet, wenn ihr ihre Karten mit einem kleinen Kauf an den jeweiligen Ständen unterstützt habt.
Insgesamt war die POLARIS 2025 wieder ein tolles Erlebnis, das sicher nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Notiert euch also schon einmal das Datum für das nächste Jahr: 09. bis 11. Oktober 2026 – wir werden wieder mit dabei sein, und ich hoffe, ihr auch!