Das Team hinter Monster Hunter Wilds hat sich in einem neuen Famitsu-Interview ausführlich zur Entwicklung der Nintendo-Switch-2-Fassung geäußert. Am Gespräch beteiligt waren Serienproduzent Ryozo Tsujimoto, Producer Genki Sunano und Executive Director Kaname Fujioka.
Entwicklung begann im Juni 2025, ernsthaft aber erst Ende des Jahres
„Wir haben uns schon vor einiger Zeit damit befasst. Es ging nicht darum, mit einer einzigen Anpassung alles zu lösen – es war ein Prozess, bei dem jedes einzelne Element für die Switch 2 optimiert werden musste“, erklärte Tsujimoto. Laut Sunano begann die Entwicklung konkret im Juni 2025, kam aber zunächst nur schleppend voran. Fujioka ergänzte: „Es gab mehrere Momente, in denen wir dachten, wir könnten anfangen, aber es fehlte uns schlicht an personellen Kapazitäten.“ Ein einfaches Portieren der Daten von anderen Plattformen sei zudem nicht möglich gewesen. Erst als sich die Entwicklung des Hauptspiels beruhigte und Teammitglieder frei wurden, habe man sich entschieden, ernsthaft an der Switch-2-Version zu arbeiten. Laut Tsujimoto begann die Vollzeit-Entwicklung gegen Ende des vergangenen Jahres; Sunano bestätigte, dass das Tempo von da an „ziemlich rasant“ gewesen sei.
Erste Tests: „Es lief überhaupt nicht“
Zur technischen Verifizierung berichtete Sunano: „Es begann damit, einfach zu versuchen, es auf der Switch 2 zum Laufen zu bringen; anfangs war die Situation: ‚Es läuft überhaupt nicht.'“ Durch wiederholte Tests sammelte das Team Erkenntnisse darüber, wie sich die Performance verbessern oder was reduziert werden könnte – Erkenntnisse, die laut Tsujimoto auch für zukünftige Verbesserungen auf den bestehenden Plattformen nützlich sein dürften: „Wir haben Dinge ausprobiert, die spezifisch für die Switch 2 waren, also lässt sich nicht alles direkt übertragen, aber die Erfahrung selbst wird sicherlich nützlich sein.“
„Nicht als minderwertige Version abgetan werden“
Fujioka beschrieb den Prozess als Vorgehen in zwei Phasen: „Wir konnten es nicht veröffentlichen, ohne vorher zu bestätigen, dass es überhaupt läuft, also haben wir uns zunächst darauf konzentriert, es in einen spielbaren Zustand zu bringen, ohne uns zu sehr um die endgültige Produktqualität zu kümmern.“ Erst danach habe man herausfinden können, wie sich die Qualität wieder anheben lasse – „fast wie beim Lösen eines Puzzles“, so Fujioka weiter. Sunano ergänzte: „Als Team hatten wir das Gefühl: Wir können das schaffen.“ Wörtlich hielt Fujioka fest: „Wir waren entschlossen, das Spiel nicht einfach als minderwertige Version von Wilds abtun zu lassen.“
Kerngameplay bleibt laut Team weitgehend erhalten
Sunano beschrieb das Grundkonzept so: „Unser Konzept war es, etwas zu schaffen, das es Spielerinnen und Spielern erlaubt, Wilds auf der Switch 2 ganz natürlich zu genießen, statt eine ‚herabgestufte‘ Version anzubieten.“ Trotz sichtbarer visueller Unterschiede zur PS5-Pro-Fassung liefere das fertige Produkt seiner Einschätzung nach „ein Erlebnis, bei dem das grundlegende Wilds-Jagd-Gameplay weitgehend gleich bleibt und genauso viel Spaß macht.“
Kontext: Lange Geschichte der Switch-2-Gerüchte
Bereits Monate vor der offiziellen Ankündigung hatten Dataminer wiederholt Hinweise auf eine mögliche Switch-2-Version in den Spieldateien entdeckt, bevor Capcom die Portierung schließlich offiziell bestätigte. Erst kürzlich hatte Tsujimoto zudem erklärt, warum eine ähnliche Portierung von Monster Hunter World deutlich unwahrscheinlicher ist.
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