Der Kampf gegen Pokémon-TCG-Scalper nimmt in den USA immer ungewöhnlichere Formen an. Wie ein aktuell kursierendes Video zeigt, öffnen Mitarbeiter einiger Target-Filialen offenbar gezielt die Versiegelung bestimmter Pokémon-Sammelkarten-Produkte, bevor diese verkauft werden.
Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage nach beliebten Erweiterungen des Pokémon-Sammelkartenspiels. Besonders begehrte Produkte sind häufig innerhalb weniger Minuten ausverkauft und landen anschließend zu deutlich höheren Preisen auf Online-Marktplätzen.
Im Video ist zu sehen, wie ein Target-Mitarbeiter die Schutzfolie von versiegelten Pokémon-Produkten einschneidet. Laut seiner Aussage soll dadurch verhindert werden, dass Käufer die Artikel ausschließlich als ungeöffnete Sammlerstücke erwerben, um sie später mit Gewinn weiterzuverkaufen.
Sobald die Originalversiegelung beschädigt ist, verliert ein Produkt für viele Sammler und Investoren einen erheblichen Teil seines Wiederverkaufswertes. Die enthaltenen Karten bleiben zwar unangetastet, versiegelte Produkte gelten jedoch innerhalb der Sammelkarten-Community als besonders begehrt.
Der Mitarbeiter erklärte, die Filiale habe zunehmend mit Scalpern zu kämpfen, weshalb entsprechende Maßnahmen ergriffen worden seien. Einige Käufer argumentierten jedoch, dass der Händler durch die Manipulation der Produkte, bevor die Kunden sie kauften, faktisch „die Umsätze von The Pokémon Company beeinträchtigte“.
In den sozialen Netzwerken fallen die Reaktionen gemischt aus. Viele Spieler und Sammler begrüßen die Maßnahme. So kommentierte ein Nutzer, dass alle Geschäfte ähnlich vorgehen sollten, während ein anderer erklärte, er wolle die Produkte ohnehin öffnen und habe daher kein Problem mit beschädigten Siegeln.
Andere Stimmen sehen die Entwicklung kritischer. Einige Sammler weisen darauf hin, dass das Sammeln versiegelter Produkte ebenfalls ein legitimer Teil des Hobbys sei. Ein Nutzer fasste seine Meinung mit den Worten zusammen: „Gut gegen Scalper, aber als Sammler versiegelter Produkte tut das weh.“
Erst kürzlich wurde bekannt, dass verschiedene Händler und sogar die Pokémon Company neue Wege suchen, um den Weiterverkauf begehrter Produkte einzudämmen. In Japan werden inzwischen bei bestimmten Artikeln Ausweiskontrollen diskutiert, während andere Geschäfte Boosterpacks direkt an der Kasse öffnen, um einen Weiterverkauf zu erschweren.
Ob sich die Praxis von Target dauerhaft etabliert oder sogar von weiteren Händlern übernommen wird, bleibt abzuwarten. Die Diskussion zeigt jedoch einmal mehr, wie stark der Skalper-Markt das Pokémon-Sammelkartenspiel weiterhin beeinflusst.
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Es ist nicht nur Target. die Pokémon Center in Japan machen das auch.