Der Hype um das Pokémon-Sammelkartenspiel hat in den vergangenen Monaten und Jahren weltweit zu teils gewaltsamen Überfällen auf Fachgeschäfte geführt. In Florida wählte ein Mann jedoch eine ungewöhnlichere Methode: Taco-Gewürz.
75 Diebstähle in mehreren Städten
Laut der Behörde von Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier soll Keith Wallis zwischen Juli 2025 und Februar 2026 insgesamt 75 Diebstähle begangen haben. Tatorte waren mehrere Filialen der US-Einzelhandelskette Target – von Orlando bis Miami.
Der entstandene Schaden: mindestens 10.000 US-Dollar an gestohlenen Pokémon-Sammelkarten.
Festgenommen wurde Wallis schließlich durch das Palm Beach County Sheriff’s Office, unterstützt von weiteren regionalen Behörden.
Der Taco-Trick an der Selbstbedienungskasse
Nach Angaben der Ermittler funktionierte das Schema folgendermaßen: Wallis nahm mehrere große Boxen mit Sammelkarten aus dem Regal – sowie die gleiche Anzahl günstiger Taco-Gewürzpäckchen für 99 Cent.
An der Selbstbedienungskasse scannte und bezahlte er offenbar lediglich die Gewürzpäckchen, während die Kartenboxen in seinen Taschen landeten. Wie genau er mögliche Gewichtskontrollen der Kassen umging, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Anschließend soll er die Ware über eBay weiterverkauft haben – mit erheblichem Gewinn. Aus einem mutmaßlichen Diebesgut im Wert von 10.000 Dollar wurden laut Behörden rund 40.000 Dollar Erlös.
Bis zu 90 Jahre Haft möglich
Die Ermittlungen dauern an, weitere Vorfälle werden nicht ausgeschlossen.
„Organisierter Einzelhandelsdiebstahl treibt die Preise für Verbraucher in die Höhe“, erklärte Generalstaatsanwalt Uthmeier. „Solche Systeme werden mit der maximal möglichen Strafe verfolgt.“
Im Extremfall drohen Wallis bei einer Verurteilung in allen Anklagepunkten bis zu 90 Jahre Haft.
Preisblase befeuert Kriminalität
Der Fall reiht sich in eine Serie von Vorfällen rund um die anhaltende Preisblase im Pokémon-Sammelkartenmarkt ein. Limitierte Produkte erzielen teils ein Vielfaches ihres ursprünglichen Verkaufspreises – ein Umfeld, das neben Sammlern zunehmend auch Kriminelle anzieht.
Ob der „Taco-Trick“ Nachahmer findet, dürfte angesichts der drohenden Strafen fraglich sein.
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