Das Vorurteil, dass zu viel Zeit mit Videospielen automatisch schlecht für die Gesundheit sei, hält sich hartnäckig. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung, veröffentlicht im Fachjournal Royal Society Open Science, stellt diese Annahme nun in Frage – zumindest für Besitzer:innen der Nintendo Switch.
Für die Studie wurden 703 Switch-Spieler:innen aus den USA befragt, die als „gelegentlich aktive Erwachsene“ beschrieben werden. Mithilfe der tatsächlichen Spieldaten der Konsole sowie ergänzender Umfragen analysierten die Forschenden den Zusammenhang zwischen Spielzeit und allgemeinem Wohlbefinden.
Das Ergebnis: Die Spielzeit allein hat kaum messbaren Einfluss auf die Lebensqualität. Zwar wurden kleine Korrelationen zwischen mehr oder weniger Spielzeit und dem Wohlbefinden festgestellt, doch diese seien laut den Autoren „zu gering, um praktisch relevant zu sein“.
Stattdessen scheint die Qualität des Spielens eine wesentlich größere Rolle zu spielen – also wie und in welchem Kontext gespielt wird. Entscheidend sei, ob Videospiele positiv in das Leben der Spielenden integriert sind und wie sie sich auf Bereiche wie Arbeit, Schule, Schlaf oder emotionale Ausgeglichenheit auswirken.
Die Forschenden fassen zusammen:
Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass Wissenschaft und Gesundheitsforschung sich stärker auf die Qualität statt auf die Quantität des Spielens konzentrieren sollten. Schon einfache Fragen wie ‘Wie passt Gaming in dein Leben?’ könnten wertvolle Einblicke liefern.
Die Studie von Nick Ballou, Matti Vuorre, Thomas Hakman, Kristoffer Magnusson und Andrew K. Przybylski trägt damit zu einer differenzierteren Diskussion über den Einfluss von Videospielen auf das Wohlbefinden bei – und zeigt: Nicht die Spielzeit zählt, sondern das Spielerlebnis selbst.
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