Grizzy und die Lemminge – Crazy Party ist seit dem 7. August 2026 für Nintendo Switch, PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC erhältlich. Ich habe mir die Switch-Version genauer angeschaut und zusätzlich mit der PS5-Fassung verglichen – hier ist mein Fazit.
Worum geht’s in Crazy Party?
Zehn Jahre lang haben die Lemminge einen Bären um seinen wohlverdienten Schlaf gebracht – jetzt darf ich das selbst übernehmen. Grizzy und die Lemminge – Crazy Party ist das erste Konsolenspiel zur gleichnamigen, komplett dialogfreien Zeichentrickserie von HARI, die 2027 ihr zehnjähriges Jubiläum feiert und schon jetzt weltweit in über 200 Ländern läuft.
Entwickelt und veröffentlicht wurde das Partyspiel vom belgischen Studio Balio Studio, gegründet von den drei Brüdern Massimo, Frédéric und Adriano Baglio. Für das 15-köpfige Team ist es der erste selbst veröffentlichte Titel überhaupt.

So spielt sich Crazy Party
Bei Cartoon-Lizenzspielen ist die Gefahr bekannt: Sobald der Wiedererkennungswert der Marke verpufft ist, bleibt oft nur wenig spielerische Substanz übrig. Grizzy und die Lemminge – Crazy Party begegnet dem, indem es tatsächlich handwerklich saubere Minispiele abliefert, die auch ohne die Serie im Rücken für sich stehen könnten.
Je nach Anzahl der gewählten Runden, kann eine Session schonmal dauern. Das Spiel gibt an, dass 8 Runden etwa 40 Minuten in Anspruch nehmen. 12 Runden benötigen bis zu 60 Minuten, 16 Runden liegen bei 80 Minuten und wer sich sogar bis zu 140 Minuten an Zeit für eine Session nehmen möchte, wählt 28 Runden aus.
Am Vergleich zur Mario-Party-Reihe kommt man dabei nicht vorbei – was in diesem Fall aber kein Nachteil ist, da das Spiel durchaus eine eigene Identität besitzt. Mit dabei sind 50 Minispiele, verteilt auf 5 Spielbretter nach bekannten Schauplätzen der Serie: Rangerhütte, Nussige Bergstraße, Diamantmine, Yummy-Fabrik und Mondbasis. Jede Herausforderung basiert auf einem einfachen Konzept – Rennen, Reflexe, Gedächtnis, Präzision oder das Überleben in zunehmend absurden Situationen – und wird schnell erklärt, sodass man ohne lange Tutorials direkt ins Geschehen einsteigt.

Glück spielt bei einzelnen Events eine Rolle, aber Geschick wird oft genug belohnt, um zu verhindern, dass Matches rein zufällig werden.
Dazu kommen 6 Spielmodi, die sich an unterschiedliche Gruppengrößen und Spieldauern richten – von der schnellen Runde zwischendurch bis zum ganzen Spieleabend.
Auf der Nintendo Switch reichen für zwei Spieler die mitgelieferten Joy-Con, für die volle Besetzung mit vier Spielern braucht man ein zweites Paar. Ein Pro Controller wird nicht vorausgesetzt, kann ich aber sehr empfehlen. Ich habe zu zweit getestet – wir hatten also stets zwei NPC-Lemminge mit in der Runde.
Wichtig für alle, die auf Online-Multiplayer hoffen: Grizzy und die Lemminge – Crazy Party setzt komplett auf lokalen Mehrspieler, ohne Online-Modus und ohne Chat. Freie Plätze übernehmen KI-Gegner. Das ist eine bewusste Design-Entscheidung der Entwickler für ein Spiel, das ab 0 Jahren freigegeben ist. Wer sich jedoch für die Steam-Version entscheidet, kann über die „Remote Play Together“-Funktion zusätzliche Freunde mit ins Spiel holen – bis zu drei, ganz ohne eigene Kopie des Spiels.

Switch vs. PS5: Gibt es Unterschiede?
Allgemein lässt sich sagen: Die Performance blieb im Test auf beiden Plattformen durchgehend solide, Minispiele luden schnell und Matches liefen auch in hektischen Sessions reibungslos. Optisch ist auch die Nintendo-Switch-Version in Ordnung. Wer kein anderes System hat und gerne auch mal unterwegs die eine oder andere Runde zocken möchte, darf also gerne zugreifen. Technisch richtet sich der Titel ohnehin klar an ein junges bis gemischtes Publikum: Die Minispiele kommen praktisch ohne viel Text aus. Das passt zum dialogfreien Konzept der Serie und macht das Spiel laut Entwicklerangaben für 30 Sprachen zugänglich, ohne dass die Minispiele selbst lokalisiert werden müssen.
Inhalt und Umfang

Freischalten lassen sich 40 Lemming-Figuren von denen 32 im Spielverlauf erspielt werden. Dazu kommen 150 Sammelsticker. Alle Inhalte sind von Tag eins an in Grizzy und die Lemminge – Crazy Party verfügbar. Im Anschluss plant Balio Studio kostenlose Inhalts-Updates mit neuen Minispielen. Es bleibt nur eines zu tun: die Familie versammeln, einen Lemming wählen und die erste Runde starten.
Beim Wiederspielwert schneidet Crazy Party ordentlich ab: 50 Minispiele bieten reichlich Abwechslung, und das Sammeln der Lemminge sowie das Vervollständigen der Sticker-Sammlung geben Komplettisten langfristige Ziele über das bloße Gewinnen von Matches hinaus, ohne dabei ins Grinden abzurutschen. Wer den Titel auf den anderen Plattformen spielt, außerhalb des Nintendo-Universums, bekommt zudem Achievements. Oder man erfreut sich an den Brettabzeichen, die das Spiel auch auf Nintendo Switch verleiht.

Da die Ergebnisse je nach Gruppe stark variieren, fühlt sich keine Session exakt gleich an – ein kompetitiver Abend unter erfahrenen Spielern läuft völlig anders ab als ein entspanntes Familientreffen.
Die spürbarste Einschränkung bleibt das komplette Fehlen von Online-Multiplayer. In einer Zeit, in der viele Freundeskreise über verschiedene Orte verteilt spielen, dürfte diese Entscheidung nicht jedem gefallen. Abhilfe schafft hier die Steam-Version. Gäbe es noch eine Variante für Nintendo Switch 2, wäre theoretisch auch GameShare eine Option.
Eine Crazy Party mit Grizzy und den Lemmingen
Grizzy und die Lemminge – Crazy Party liefert zugängliche, fröhliche Unterhaltung, die den Humor seiner Vorlage einfängt – auch für Spieler, die die Serie nie gesehen haben. Die Vielfalt der Minispiele, die farbenfrohe Präsentation und die Brettspielmechaniken sorgen für nur wenige langweilige Momente, während die einfache Steuerung Spieler jeden Alters mitspielen lässt.

Grizzy und die Lemminge – Crazy Party erschien am 7. August 2026 digital für 39,99 Euro.
Pro
- 50 abwechslungsreiche Minispiele mit spürbar unterschiedlichen Konzepten
- Fängt den Look und Slapstick-Humor der Serie überzeugend ein
- Sehr zugängliche, altersübergreifende Steuerung (ab 0 Jahren freigegeben)
- Brettspielstruktur mit fünf thematischen Brettern sorgt für Abwechslung und Wendungen
- Ordentlicher Umfang zum Release: 40 Lemminge, 150 Sticker, alle Inhalte von Tag eins an
- Solide Performance auch in hektischen Vier-Spieler-Runden
Contra
- Kein Online-Multiplayer und kein Chat – komplett auf lokales Spiel ausgelegt
- Erfindet das Partyspiel-Genre nicht neu, bleibt eng an bekannten Genre-Konventionen
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