Viele Jahre ist es her, da kam ein kleines Studio daher
Und entwickelte, ja schau, ein Zombie-Spiel mit Gartenbau.
Gehirne wollten sie sehr viel, was dem Gärtner nicht gefiel.
Drum pflanzte er die Blumen schnell, die Zombies zu schlagen, in Dunkel und Hell.
Ein Nachbar half ihm gut dabei, so schlugen sie den Feind zu Brei!
Nun sind die Jahre schnell vergangen, die Zombies konnten ihn nie fangen.
Doch erneut tun sie sich auf und starten ihren Gartenlauf!
Größer, besser und viel mehr, machen sie’s dem Gärtner schwer.
Aber kann dies heute noch bestehen? Nach diesem Test werden wir’s sehen!
Die Zombies sind also zurück und zertrampeln unsere Blumen! Dann schauen wir mal, wie Plants vs. Zombies sich in diesem erweiterten Remaster heute so schlägt!
Gärtner, bleib bei deinen Pflanzen
Da uns in unserem Preview die Steam-Version zur Verfügung gestellt wurde, wird es jetzt Zeit, die Vollversion auf der Nintendo Switch zu testen. Eine Switch 2-Version lag uns leider nicht vor. Direkt zum Start des Spiels fällt auf: Die Bonuslevel des Remasters, die uns in der Preview-Version noch direkt zum Start zur Verfügung standen, müssen hier erst freigespielt werden. Also widmen wir uns doch chronologisch dem Spiel …
Die erste große Neuerung an Replanted ist: das 16:9-Format! Im Gegensatz zum Original, das nur im 4:3-Format lief, hat man hier also direkt mehr Übersicht auf dem Screen, zumal das Spielgeschehen auf die horizontale Ebene ausgelegt ist. Davon ab sieht die nun viel höher aufgelöste Grafik wirklich schick auf dem Screen des Nintendo-Handhelds aus.
Eine weitere Neuerung ist der kooperative Modus für die Kampagne, der jederzeit verfügbar ist. Dieser funktioniert sehr simpel, aber spaßig! Man baut schlicht zusammen mit dem Partner im Garten herum. Ressourcen und Pflanzen werden dabei komplett geteilt. Auf diese Weise kann man natürlich viel schneller auf Gefahren reagieren – vor allem, wenn man den neuen Fast-Forward-Modus mit bis zu 2,5-facher Geschwindigkeit aktiviert. Eine nette Dreingabe, dieser 2-Spieler-Modus!

Aber vor allem für Singleplayer ist hier natürlich der Fast-Forward-Modus interessant. Gerade in den immer gleichen Anfangssequenzen der Abenteuermissionen gibt es immer ein wenig Leerlauf, bis die ersten Zombies eintreffen und die Sonnenproduktion (unsere Währung, mit der wir weitere Pflanzen zur Verteidigung kaufen können) anläuft. Diese Phase kann wunderbar beschleunigt werden und fällt somit als unangenehmer Zeitfresser bei jedem neuen Level raus.
Generell habe ich das Abenteuer mindestens immer mit 1,5-facher Geschwindigkeit gespielt und empfand das als sehr angenehm. Bei 2,0 kam ich hin und wieder dann doch in Bedrängnis, und der 2,5-fache Modus ist definitiv nur mit viel Übung machbar. Dabei fällt aber im Vergleich zur Steam-Version auch auf, dass die Steuerung mit Sticks zwar gut funktioniert, aber definitiv kein Vergleich mit der Maussteuerung ist, was Schnelligkeit und Präzision angeht.
Aber hier kommen eine gute und eine schlechte Nachricht:
Replanted bietet vollen Touchscreen-Support, auch wenn der etwas fummelig ist, wenn man keinen Touchpen zur Verfügung hat und es etwas unbequem ist, die Nintendo Switch in nur einer Hand zu halten. Schon die Version für den Nintendo DS setzte auf Touchscreen in Verbindung mit dem Touchpen und war der Maus somit quasi ebenbürtig – man nähert sich also diesem Spielgefühl.
Allerdings – leider lag mir nur die Switch 1-Version vor – kann ich euch nichts über den Mausmodus des Spiels verraten, weil dieser den Joy-Con 2 der Nintendo Switch 2-Version vorbehalten ist. Ich habe jetzt auch nicht versucht, eine Maus an meinem Dock anzuschließen. Eines der tollen, neuen Features, der Nintendo Switch 2.

Herausforderung oder eher cozy?
Die altbekannte Kampagne stellt sich im ersten Anlauf als wenig fordernd heraus – alles wie früher also. Wer aber eine Herausforderung sucht, stellt eben die Spielgeschwindigkeit höher, nimmt den Abenteuer-Modus+, der nach dem erstmaligen Durchspielen freigeschaltet wird, oder widmet sich den Spezialmissionen, die neu hinzugekommen sind und durchaus etwas mehr Finesse vom Spieler abverlangen.
Leider aber ist und bleibt das Spiel an sich innerhalb des Kerngameplays relativ repetitiv. So gibt es zwar Unmengen an verschiedenen Pflanzen für Strategien und alternative Spielweisen, jedoch sind die meisten davon nicht nötig. Ich habe die Kampagne quasi mit den immer gleichen vier bis fünf Pflanzen gespielt und lediglich ein paar wenige hin und her tauschen müssen (etwa für einen Pool-Level, wo eben nur Wasserpflanzen gesetzt werden können, oder auf dem Dach, wo ohne Blumentöpfe gar nichts funktioniert!). Und wie schon erwähnt, kam ich dabei nicht mal wirklich ins Schwitzen.
Dennoch machte die Kampagne Spaß – wie schon zu früheren Zeiten – und hielt dank netter Minigames zwischendurch bei Laune.

Alternative Spielmodi
Kommen wir aber zu den Minispielen und auch den neuen Modi!
Wir haben alles an Bord: Wallnussbowling, Spielautomaten, oder Zombies mit Pflanzenköpfen, die selbst Geschosse abfeuern. 20 dieser Minispiele sind nach und nach freispielbar und bringen mehr Kreativität in die eher eintönige Zombieschlacht.
Dazu gibt es noch 18 Rätsel, quasi puzzleartig aufgebaute Level, die es zu bestreiten gilt, und dann kommt da am Ende noch der Endlosmodus, der geneigte Spieler bis zum Letzten herausfordert.
Im Laden von Nachbar Dave gibt es zudem so einige Upgrades und Kleinigkeiten zu kaufen – unter anderem auch Pflanzen für unseren Zen-Garten, den wir nebenbei hegen und pflegen können, um quasi passiv an mehr Geld zu kommen. (Der Zen-Garten wird in den letzten Levels der Kampagne freigespielt.)
Was ganz neu dazugekommen ist, ist neben dem Koop-Modus noch der Versus-Modus! Hier schlüpft ein Spieler in die Rolle der Zombies und versucht, den Garten des anderen zu erobern.
Interessant sind auch die Bonuslevels, die ein paar weitere Variationen des Kernspiels bieten. Etwa einen Luftangriff, wo die Zombies hauptsächlich über die Luft angreifen. Immerhin zehn Schauplätze gibt es hier noch zu absolvieren.
Zudem kommt das Spiel noch mit dem, dem Abenteuer untergeordneten Modus „Leicht bewölkt“. Hier kommt auch etwas mehr Herausforderung auf den Spieler zu, denn alle paar Minuten wird es finster wie die Nacht, und Sonnenblumen schlafen, was eine Produktion von Sonnenlicht unterbindet. Auch die nachtaktiven Pilze, die die Funktion der Sonnenblumen in der Nacht übernehmen, können hier nicht ausgewählt werden. Man muss also etwas cleverer und bedachter spielen, um in den zwölf Levels dieses Modus zu bestehen.
Und obendrauf wird dann noch ein Hardcoremodus spendiert, der beim Tod in der Kampagne diese unmittelbar beendet und auch rettende Rasenmäher von fünf auf nur einen reduziert.
Wer zudem gerne auf der Jagd nach Erfolgen ist, kann diese im internen System erspielen.

Alles in allem ist Plants vs. Zombies: Replanted vollgepackt mit bekannten und neuen Inhalten, die alte wie neue Fans sicherlich abholen werden.
Ein paar Kleinigkeiten sind noch negativ aufgefallen. Etwa waren die Vorschaubilder neuer freigespielter Pflanzen recht verpixelt (möglicherweise unserer frühen Version geschuldet). Außerdem versagte die Button-Steuerung hier und da im Laden von Dave. Ich kam nur noch über Touchscreen-Eingabe aus dem Laden wieder raus – „B“ für Abbrechen wollte das Spiel nicht akzeptieren. Immerhin dreimal trat dieser Fehler auf. Kein Beinbruch, aber das geht auch etwas runder!
Ein Wermutstropfen bleibt am Ende aber doch: Wo bleibt Plants vs. Zombies 2? Aber das Wiederbeleben dieses Klassikers mag die Ankunft des Nachfolgers vielleicht einleiten …

Werden jetzt alle zu Gärtnern?
Plants vs. Zombies: Replanted ist ein würdiges, erweitertes Remaster des Spieleklassikers, das ihn zeitgemäß in die moderne Spieleära versetzt. Zudem kommt das Spiel mit Bonus-Content, der das Erlebnis noch etwas erweitert.
Alte Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, aber ob das Spiel neue Fans hinzugewinnen kann, wird sich zeigen müssen. Denn die Tower-Defense-Szene stand in den letzten Jahren nicht still – andere Spiele in diesem Genre bieten feinere Spielmechaniken und abwechslungsreichere Level, die sich insgesamt moderner anfühlen.
Der Klassiker Plants vs. Zombies kehrt zurück
Plants vs. Zombies: ReplantedPflanzen (Pro)
- Schöne Grafik
- Bonuscontent, wie Multiplayer
- Spielspaß-Garantie
Zombies (Contra)
- Relativ repetitives Kerngameplay
- Touchscreen-Bedienung etwas fummelig
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