Nintendo Switch, Review

Taiko no Tatsujin: Drum‘n‘Fun!

Bandai Namcos beliebtes Rhythmusspiel Taiko no Tatsujin: Drum‘n‘Fun! wird am 02. November 2018 bei uns für Nintendo Switch erscheinen. Ob das erstmalig in Europa erscheinende Trommelspiel uns während des Testzeitraums in seinen Bann ziehen konnte, erfahrt ihr in diesem Review.

Taiko no Tatsujin ist eine Musikspielreihe von Namco. Der erste Titel erschien 2001 als Arcade-Automat in Japan. Ab 2002 sind Umsetzungen für Heimkonsolen erschienen: Zunächst für die PlayStation 2, später für PlayStation Portable und den Nintendo DS. Das besondere an der Nintendo Switch Version ist, dass die Steuerung für die Konsole optimiert wurde, sodass die Joy-Con optional als Drum Sticks eingesetzt werden können – sofern ihr nicht die Version mitsamt Taiko Trommel erwerbt.

Taiko no Tatsujin ist relativ simpel. Man muss versuchen die verschiedenen Noten, hauptsächlich die roten und blauen Noten, Don und Ka genannt, zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Dafür hat man verschiedene Steuerungsmöglichkeiten. Die Tasten an Joy-Con oder Pro Controller, den Touchscreen oder die zuvor erwähnte Bewegungssteuerung. Bei den Don-Noten (Rot) muss man die Trommel mittig schlagen, bei Ka (Blau) den Rand.

Direkt beim Start des Spiels wird bereits die Bewegungssteuerung vorgeschlagen und einem gezeigt wie man diese nutzen muss. Die Steuerung ist intuitiv, einfach zu verstehen und gibt einem das Gefühl, wirklich eine Taiko Trommel zu schlagen, was durch die HD-Vibration auch noch einmal verstärkt wird. Problematisch bei dieser Steuerung fand ich jedoch, dass trotz Kalibrierung der Joy-Con, die Latenz merkbar war und die Schläge oftmals nicht richtig, oder doppelt gezählt wurden. Dadurch war es gerade bei schnelleren Songs schwierig, eine gute Punktzahl zu erreichen. Es gibt eine Demoversion im Nintendo eShop die ihr diesbezüglich gerne einmal auschecken solltet, vielleicht besitzt ihr einfach mehr Taktgefühl als ich!

Akkurater waren hierbei die Tasten- und die Touchscreen-Steuerung, wobei mir die Touchscreen-Steuerung im Handheld-Modus am meisten Spaß bereitete, da man hier etwas immersiver spielen konnte als mit dem einfachen Druck von Tasten.

Eine weitere Steuerungsmöglichkeit sind die zum Spiel gehörenden Taiko Trommeln, welche wir leider nicht antesten konnten. Sie sollen wahrscheinlich das beste Spielgefühl bieten, wobei man auch hier im Vorfeld schon gelesen hat, dass diese ähnlich wie die Bewegungssteuerung, manchmal etwas ungenau wären. Sofern ihr die Gelegenheit habt sie bei einem Freund mal zu testen, nutzt die Chance!

Taiko no Tatsujin: Drum‘n‘Fun! kommt mit 74 Songs daher, wovon 64 von Anfang an freigeschaltet sind. Die komplette Tracklist könnt ihr hier nachlesen. Jeder Song hat 4 verschiedene Schwierigkeitsstufen: einfach, normal, schwer und extrem. Bei einigen Liedern gibt es extra Modi die man mit der R-Taste auswählen kann. Dadurch wird ein Lied auf Schwierigkeitsstufe extrem mit 7 Sternen, auch mal zu einer Stufe mit 9 Sternen, was gleich wesentlich hektischer wird als ohnehin schon. Die Sternenanzeige in den verschiedenen Schwierigkeitsstufen zeigt nämlich an, wie schwierig der Song, verglichen mit anderen der gleichen Schwierigkeit ist.

Die Songauswahl wurde in Taiko no Tatsujin nicht verwestlicht, so dass es die Auswahl zwischen Pop, Anime, Vocaloid, Klassik, Namco-originale, zusätzlich noch verschiedene andere japanische Songs und ausgewählten Spielesongs gibt. Besonders die Qualität der Songs finde ich gut, wodurch man bei einigen unwillkürlich mit summt oder sie auch nach Beendigung des Spiels noch für eine Weile im Ohr hat. Für Nintendo Fans gibt es auch einige Schmankerl. Wie ein Splatoon 2 oder Kirby Medley oder Jump Up, Super Star! in der „Short Version“ aus Super Mario Odyssey. Jedes Lied ist etwa 1-2 Minuten lang, so dass man die Lust an den Liedern nicht so schnell verliert und mal eben eine kurze Session einlegen kann.

Wer sich nun wundert ob das schon alles ist, den kann ich beruhigen. Zusätzlich zu der großen Auswahl an Songs und der verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten gibt es noch mehr zu entdecken.

Wichtig zu erwähnen sind die verschiedenen Charaktere. Abgesehen von Don-chan und Katsu-chan, die das Gameplay nicht berinflussen, gibt es noch weitere Charaktere, die unterschiedliche Boni bieten können. Man kann zum Beispiel als Kirby spielen, der das Timing erleichtert, oder als Tintenfisch (Splatoon), der die Senkung der Quotenanzeige reduziert. Wer noch weniger Taktgefühl besitzt als ich, Kevin *hust*, für den gibt es sogar einen Charakter bei dem es egal ist ob ihr Don oder Ka anschlagt, da beides als richtig erkannt wird, wodurch ihr lediglich die Noten noch treffen müsst. Dann gibt es aber auch Charaktere, die das Spiel schwieriger machen können, mit schwierigerem Timing zum Beispiel.

Taiko-no-Tatsujin-Charakterauswahl-Tintenfisch

Es gibt eine große Anzahl an Charakteren, die man jedoch erst einmal freischalten muss, indem man beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Songs gespielt hat. Da wäre gesagt, dass man leider nicht sehen kann, wie genau man was freischaltet, so dass der Überraschungsfaktor groß ist, wenn dann etwas neues hinzu kommt.

Viele verschiedene Spielmodi

Den Taiko-Modus, den man zu zweit auf einer Nintendo Switch spielen kann. Mit dem Pro-Controller, jeder hat ein Joy-Con Paar oder einen einzelnen Joy-Con in der Hand oder einer nimmt die Taiko Trommel. Die Steuerung kann man zu jederzeit ändern. Am Anfang des Liedes stellt man verschiedene Regeln ein und am Ende sieht man wer besser war. Schön finde ich hier, dass man auch verschiedene Schwierigkeiten wählen kann. Das heißt, jemand mit Erfahrung kann auch mit einem unerfahrenen Spieler spielen, da zählt dann eher die Seelenleiste, die den prozentualen Anteil anzeigt, wie gut man gespielt hat. Der Grund ist, wenn jemand auf extrem spielt, der hat mehr Punkte als der Spieler auf leichter Stufe, trotzdem kann der Spieler auf leicht besser sein, da seine Leiste zu 100% gefüllt ist und die des extrem-Spielers nur auf 30%.

Taiko-no-Tatsujin-Taiko-Modus

Dann gibt es den Party-Modus, der mit bis zu 4 Spielern auf einer Nintendo Switch spielbar ist. Dieser Party-Modus beinhaltet verschiedene Minispiele. Versus, Team-Versus und Koop. Diese Minispiele sind zum großen Teil von der japanischen Kultur inspiriert. Man muss den Knopf an der rhythmisch richtigen Stelle drücken, um Punkte zu bekommen. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Zum Beispiel gibt es ein Minispiel in welchem man Ramen (Japanische Nudeln) vorgesetzt bekommt. Man darf nicht zu schnell oder zu langsam sein, denn sonst wirds einem weg genommen. Bei einem anderen Spiel muss man zum richtigen Zeitpunkt die richtige Flagge hissen – was man in ähnlicher Form auch bereits aus Mario Party kennt.

Diese Minispiele machen Spaß, jedoch ist es manchmal schwer verständlich, warum man denn nun Punkte bekommt oder nicht. Die Steuerung an sich ist leicht und wird bei jedem Spiel erklärt. Der Vorteil: Auch wenn man alleine spielt, kann man den Party-Modus spielen, die restlichen 3 Plätze werden dann von der CPU belegt. Im Laufe des Spiels schaltet man auch hier nach und nach mehr frei, meistens eine weitere Version der Minispiele. Gut finde ich auch hier, dass alle Steuerungsmethoden bei den Minispielen möglich sind, ihr könnt also problemlos auch den Pro Controller zu jeder Zeit verwenden.

Preis & Wertung: 59,99 €

Summary

Taiko no Tatsujin: Drums‘n‘Fun! für Nintendo Switch ist eine gute Umsetzung des Arcade-Titels. Durch die verschiedenen Modi, die unterschiedlichen Steuerungsmethoden und der Mehrspieler Möglichkeit, gepaart mit den freischaltbaren Inhalten, macht es viel Spaß und wird nicht so schnell langweilig. Das Spiel sieht zudem sehr schön aus, durch den japanischen Kunststil, mit den traditionell angehauchten Hintergründen.

Die Liederauswahl ist stimmig, sofern man generell auf japanische Tracks steht und die Steuerung, sowie das gesamte Spiel sind selbst erklärend. Einfach schön für zwischendurch da die Lieder allesamt so kurz gehalten sind. Wer also Spaß an Rhythmusspielen und nichts gegen japanische Lieder hat, dem kann ich Taiko no Tatsujin: Drums‘n‘Fun! nur empfehlen. Ich persönlich hätte mir aber vielleicht noch einen Radiomodus gewünscht, in welchem man einfach die Songs im Hintergrund laufen lassen könnte, wie das in Super Smash Bros. for Nintendo 3DS der Fall ist und bei Super Smash Bros. Ultimate auf Nintendo Switch wieder so sein wird.

Pros

  • Einfache und vielfältige Steuerung
  • Große Songauswahl mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen
  • Freischaltbarer Inhalt
  • Spaßiger Mehrspielermodus
  • Mehrere Nintendo Anspielungen

Cons

  • Bewegungssteuerung ist manchmal sehr ungenau
  • Punktevergabe in den Minispielen ist nicht immer ganz nachvollziehbar
User Review
5 (1 vote)

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