Sea of Stars + DLC im Test – Ein nostalgischer RPG-Traum mit moderner Raffinesse

Sea of Stars begeistert mit packendem Rundenkampfsystem, liebenswerten Charakteren und atemberaubender Pixel-Art – ein Muss für RPG-Fans.

Sea of Stars erschien bereits am 29. August 2023 unter anderem für Nintendo Switch. Schon bei der Ankündigung von Sea of Stars weckte Sabotage Studio, bekannt durch The Messenger, damals mein Interesse. Ich habe den Titel allerdings erst jetzt nachgeholt und durfte bereits vorab einen Blick in den kommenden DLC werfen! Und obwohl ich normalerweise kein allzu Fan von rundenbasierten Kämpfen bin, hat mich das Spiel eines Besseren belehrt. Vom ersten Moment an zog mich die wunderschöne Pixel-Kunst und die nostalgische Atmosphäre in den Bann. Doch es ist mehr als nur ein visuelles Meisterwerk – es bietet tiefgründige Kämpfe und herzerwärmende Charaktere, die einen lange begleiten.

Eigentlich hätte dieser Test pünktlich zum Release des DLCs online sein können, jedoch hinderten mich diverse Arztbesuche daran, diesen Text fertigzustellen. Vielen Dank an MSM.digital für die Bereitstellung der Steam-Version und die Geduld!

Garl, der Krieger-Koch mit Herz

Sea of Stars erzählt die Geschichte zweier Kinder der Sonnenwende, die mit der Macht der Sonne und des Mondes die Magie der Finsternis beherrschen. Jene Magie ist die einzige Kraft des Universums, die den monströsen Kreationen des unheilvollen Alchemisten, bekannt als der Fleshmancer, Einhalt gebieten kann. Neben üblichen rundenbasierten Kämpfen ist auch das Lösen von Rätseln ein zentrales Spielelement.

Das Spiel dreht sich um die beiden Freunde Valere und Zale, die als Kinder der Sonnenwende ausgebildet wurden, die Kraft des Mondes und der Sonne zu nutzen. Die beiden müssen sich auf die Reise begeben, die Macht des Alchemisten Fleshmancer zu brechen. Mit dieser Prämisse und weiteren Elementen des Spiels, wie der grafischen Darstellung und der musikalischen Untermalung, erinnert das Spiel an beliebte klassische Rollenspiele wie insbesondere Golden Sun, aber auch Chrono Trigger und ungewöhnlichere Vertreter des Genres wie Mario & Luigi: Superstar Saga.

Im Zentrum der Geschichte stehen Valere und Zale, doch es ist ihr treuer Freund Garl, der dem Abenteuer die Seele verleiht. Garl ist nicht nur ein talentierter Koch, sondern auch ein unerschütterlicher Freund – ein Herzstück der Geschichte, das Erinnerungen an Samweis „Sam“ Gamdschie aus Der Herr der Ringe weckt. Seine unerschütterliche Loyalität und sein positiver Geist machen ihn zu einem Highlight des Spiels.

Ein Kampfsystem, das fesselt

Sea of Stars setzt auf klassische, rundenbasierte Kämpfe, die jedoch moderne Mechaniken clever integrieren. Statt einfaches Abwarten und Angreifen fordert das Spiel taktische Entscheidungen und präzises Timing. Angriffe können verstärkt und durch rechtzeitige Blockmanöver abgewehrt werden. Besonders gelungen ist das Lock-System: Gegner bereiten oft mächtige Spezialangriffe vor, die durch das gezielte Einsetzen bestimmter Schadensarten gestoppt werden können – eine spannende taktische Herausforderung, die Kämpfe dynamisch und fordernd hält.

Retro-Charme trifft moderne Raffinesse

Sabotage Studio hat es geschafft, das Beste aus klassischen RPGs wie Chrono Trigger und Super Mario RPG aufzugreifen und mit modernen Elementen zu kombinieren. Die Pixel-Grafik ist detailliert und stimmungsvoll, und die Musik – teils vom legendären Yasunori Mitsuda – sorgt für die perfekte Retro-Atmosphäre.

Die Optik von Sea of Stars ist einfach fantastisch.

Jeder Track trägt zur emotionalen Tiefe des Spiels bei, während die animierten Zwischensequenzen wichtige Momente perfekt einfangen. Beinahe jeder Track ist ein Hit, viele davon bleiben im Ohr und begleiten mich gedanklich auch außerhalb des Spiels. Für mich persönlich ist das ein selten gewordenes Qualitätsmerkmal.

Schwächen, die den Glanz nicht trüben

Zwar erfindet die Geschichte das Rad nicht neu, und die Hauptcharaktere Valere und Zale könnten etwas mehr Tiefe vertragen, doch die starke Nebenbesetzung und die durchdachte Weltgestaltung machen diese kleineren Schwächen wieder wett. Auch das Erkunden der Spielwelt kann gelegentlich frustrierend sein, wenn die vertikale Struktur der Level schwer zu durchschauen ist – ein kleines Manko in einem ansonsten fantastischen Abenteuer.

Ein moderner Klassiker

Sea of Stars ist ein wahrer Liebesbrief an klassische RPGs, das mit seiner nostalgischen Pixel-Ästhetik, seinen charmanten Charakteren und einem tiefgründigen Kampfsystem überzeugt. Es fängt die Magie der alten Tage ein, ohne dabei in veralteten Mechaniken stecken zu bleiben – ein Muss für Fans des Genres.

Sea of Stars: Throes of the Watchmaker – Die Reise geht weiter

Throes of the Watchmaker ist ein Post-Game-DLC, der auf einer in sich geschlossenen
Storyline basiert und insgesamt 8 bis 10 Stunden Spielzeit bietet. Sea of Stars: Throes of the Watchmaker knüpft direkt an die Geschichte des Hauptspiels an und beantwortet offene Fragen aus dem Finale. Die Crew der Verspetine steht kurz davor, das sagenumwobene Sternenmeer zu betreten. Doch bevor sie weiterreisen darf, verlangt der sogenannte Himmelsrat – eine Gruppe göttlicher Riesen – die Prüfung jedes einzelnen Passagiers.

Während eines entscheidenden Moments in der Geschichte muss sich die Besatzung
die Überfahrt zum „Sternenmeer“ verdienen, indem sie die Gunst des Himmelsrats –
einer Versammlung von Riesen – erlangt. Jeder Passagier an Bord der Verspetine stellt
sich dem Rat vor, aber als der Windmagier der Crew vortritt und sich als Keenathan
vorstellt, scheinen die Riesen sehr zu zögern. Sie beschließen, die Sache auf sich
beruhen zu lassen, da sie davon ausgehen, dass es sich um ihren Fehler handeln muss.

Die Ereignisse des DLC werden in Gang gesetzt, als der Rat eine beunruhigende
Nachricht erhält: Keenathans Name ist nicht Keenathan. Die Enthüllung erschüttert ihn
zutiefst. Als Teaks, die reisende Historikerin, seine Verzweiflung sieht, schlägt sie eine
Lösung vor: Die Uhrmacherin könnte Keenathans Namen in eine magische Taschenuhr
eingravieren, was jede Autorität überflüssig und seinen Namen somit offiziell machen
würde. Doch bevor die Uhrmacherin helfen kann, müssen die Krieger der Sonnenwende
ihr bei einem anderen Problem helfen…

Diese Zwischensequenz zu Beginn des DLCs erklärt die Hintergrundgeschichte der
Uhrmacherin, ihre Verbindung zum Antagonisten Fleshmancer und führt in den
Hauptkonflikt von Throes of the Watchmaker ein.

Die geniale Erfinderin, die als Uhrmacherin bekannt ist, ist eine der faszinierendsten
Figuren von Sea of Stars. Sie ist die Architektin des Uhrwerkschlosses und die
Erfinderin des Räderspiels, eines in der Welt von Sea of Stars beliebten Zeitvertreibs.

Zwischen Wissenschaft, Wahnsinn und Zahnrädern

Die Welt von Sea of Stars ist bekannt für ihre schrulligen Figuren – doch selbst in diesem Ensemble sticht die Uhrmacherin hervor. Sie ist nicht nur Architektin des legendären Uhrwerkschlosses, sondern auch Schöpferin des neuen Minispiels „Räderspiel“ und frühere Verbündete sowie Gegnerin des Fleshmancer.

Im DLC rückt sie ins Zentrum des Geschehens. Ihre Dungeons setzen auf mechanisch geprägte Rätsel: drehende Plattformen, Zahnräder als Hebel und Zeitmanipulation als zentrales Spielprinzip. Trotz komplexer Konzepte bleibt die Steuerung zugänglich – besonders auf dem Steam Deck glänzt die detailverliebte Pixeloptik in flüssiger Darstellung und mit klarem Interface.

Identität als Spielmechanik

Der neue DLC kombiniert intelligentes Leveldesign mit Themen wie Identität, Ego und Inszenierung. In einer skurrilen Zirkuswelt verwandelt sich die Uhrmacherin zur Dompteurin, während Realität und Fiktion ineinander verschwimmen. Die neuen Klassen Jongleur und Seiltänzerin fügen sich nahtlos ins Setting ein – perfekt abgestimmt auf eine Welt voller Balance und Illusion.

Ein Highlight des DLCs ist die Konfrontation mit verzerrten Schattenversionen der eigenen Helden. Diese überzeichneten Gegner stehen symbolisch für innere Konflikte – ein cleverer Mix aus Story und Gameplay.

Überarbeitetes Kampfsystem mit mehr Tiefgang

Dank des großen „Dawn of Equinox“-Updates wurde das Kampfsystem überarbeitet und ist nun fester Bestandteil von Throes of the Watchmaker. Die neuen „Mystery Locks“ zwingen Spieler dazu, Angriffsmuster zu entschlüsseln, bevor sie geblockt werden können – eine gelungene Mischung aus Rätsel und Taktik.

Combo-Punkte bleiben jetzt auch zwischen Kämpfen erhalten, was eine strategische Vorausplanung erlaubt – gerade bei Bosskämpfen ein echter Vorteil. Neue Relikte erlauben zudem eine flexible Anpassung des Schwierigkeitsgrads: Auto-Parry, mehr Heilung oder längere Combo-Zeiten stehen optional zur Verfügung.

Technisch beeindruckend

Wie erwähnt, durfte ich die PC-Version spielen und als Nintendo Switch-Fan durfte daher auch ein Blick auf das Steam Deck nicht fehlen. Auf dem Steam Deck läuft Sea of Stars: Throes of the Watchmaker nicht nur stabil, sondern hervorragend. Selbst bei mehreren rotierenden Zahnrädern, beweglichen Plattformen und Effekten bleibt die Framerate konstant. Die Steuerung ist intuitiv, Ladezeiten sind kurz, und das UI wirkt durchdacht und kompakt.

Besonders auffällig: Die Steuerung mit dem Steam Deck fühlt sich oft natürlicher an als mit Maus und Tastatur – ein Ergebnis des kontextbasierten Gameplays. Aktionen wie Springen, Klettern oder der Einsatz des Graplous gehen intuitiv von der Hand.

Musik, Atmosphäre und Rätseldesign auf hohem Niveau

Auch akustisch weiß das DLC zu überzeugen: Der stimmige Soundtrack erweitert den Stil des Hauptspiels um mechanisch inspirierte Stücke. Besonders in den Dungeons der Uhrmacherin erzeugt die Musik eine dichte Atmosphäre. Zahnräder klicken, Maschinen surren, Umgebungen summen – das Sounddesign verstärkt die Illusion, Teil eines riesigen mechanischen Organismus zu sein.

Die Puzzle-Elemente sind herausfordernd, aber nie frustrierend. Komplexe Schalterrätsel, Plattformkombinationen und Bewegungsmuster fordern logisches Denken und belohnen Geduld. Sie sorgen für gelungene Abwechslung und fügen sich nahtlos in die Spielwelt ein.

Wer sich bereits in Sea of Stars verliebt hat, findet mit Throes of the Watchmaker eine emotionale, unterhaltsame und technisch gelungene Rückkehr in die Welt der Sterne.

Kleine Erweiterung mit großem Herz

Sea of Stars: Throes of the Watchmaker
88 100 0 1
Sea of Stars: Throes of the Watchmaker ist kein riesiger Story-DLC, bietet aber fast zehn Stunden Spielzeit voller Überraschungen, cleverem Design und starker Atmosphäre. Die neue Mechanik, der Fokus auf die faszinierende Uhrmacherin und die vielen kleinen Verbesserungen machen den DLC zu einer echten Bereicherung.
Sea of Stars: Throes of the Watchmaker ist kein riesiger Story-DLC, bietet aber fast zehn Stunden Spielzeit voller Überraschungen, cleverem Design und starker Atmosphäre. Die neue Mechanik, der Fokus auf die faszinierende Uhrmacherin und die vielen kleinen Verbesserungen machen den DLC zu einer echten Bereicherung.
88/100
Total Score
  • Sea of Stars
    86/100
  • Sea of Stars: Throes of the Watchmaker
    89/100

Pro

  • Tolle Pixeloptik
  • Ein Auge für Details
  • Herausragende musikalische Untermalung
  • Packende Geschichte

Contra

  • Gelungene, aber teils einfache Rätsel
  • Wenig taktischer Tiefgang
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