Citizen Sleeper 2: Starward Vector im Test für Nintendo Switch

Odyssey im Weltall

Nachdem der Vorgänger Citizen Sleeper sich als Geheimtipp entpuppt und gerade die Dungeon and Dragon Fans abgeholt hatte, erscheint am 31. Januar 2025 der Nachfolger Citizen Sleeper 2: Starward Vector für Nintendo Switch und alle anderen aktuellen Konsolen. Da der Nachfolger eine komplett unabhängige Story bietet, kann auch ein neuer Interessent der Reihe mit dem zweiten Teil anfangen.

Für Citizen Sleeper (also den ersten Teil) gibt es derzeit ein Angebot im Nintendo eShop. Bis zum 23. Februar 2025 zahlt ihr nur 5,99 €, statt 19,99 €. Citizen Sleeper 2: Starward Vector ist ebenfalls im Nintendo eShop reduziert verfügbar. Ihr zahlt bis zum 13. Februar 2025 lediglich 22,49 €, anstelle von den regulär veranschlagten 24,99 €.

Ob sich die Reise in den Weltraum lohnt, verraten wir euch in unserem Test.

Die Würfel sind gefallen

Während eurer Reise in Citizen Sleeper 2: Starward Vector schlüpft ihr in die Rolle von einem Sleeper, der eine von drei Rollen einnimmt. Der Extraktor hält viel aus und kann eure Teammitglieder unterstützen und aufmuntern. Leider ist es ihm nicht möglich, gefühlsmäßig zu handeln. Jeder Klasse fehlt eine Kernfähigkeit, welcher gewisse Aspekte im Spiel wesentlich schwerer macht. Der „Operator“ arbeitet viel mit dem lokalen Netzwerk, mit seinen Drohnen und anderen Geräten zusammen, um seine Ziele zu erreichen. Wenn es um das Thema Technik geht, ist er die beste Wahl.

Seine Kernfähigkeit ist es, gewisse Würfel erneut zu würfeln, damit ihr bessere Aussichten für einen Erfolg erhaltet. Die größte Schwäche ist allerdings die Ausdauer.

Der „Maschinist“ ist sehr zurückhaltend, trumpft aber durch seine große Auswahl an automatischen Geräten. Dadurch kann er sich sehr gut auf eine Aufgabe konzentrieren und damit seinen Würfelwurf für jene Aufgabe manipulieren. Durch seine soziale Schwäche kann er allerdings nicht in direkte Konfrontationen vorstoßen und muss mittels anderen Wegen eine Lösung für einen Konflikt finden.

Die Geschichte in Citizen Sleeper öffnet sich langsam und stetig für den Spieler und kann, je nachdem wie man auch manchmal Würfelglück hat, relativ schnell vorbei sein. Im Normalfall kriegt man eine Aufgabe mit einem Zeitlimit von sogenannten Zyklen. Schafft man es nicht sein Ziel in dem Zeitraum zu erreichen, kann es schwerwiegende Konsequenzen für das Weiterkommen in der aktuellen Runde sein. Ein Zyklus gibt euch einen kompletten Satz neue Würfel, welche zufällig zusammengewürfelt werden und womit ihr alle Aktionen durchführen müsst. 

Anfangs habt ihr gewöhnlich 5 Würfel zur Verfügung, mit bis zu einem Wert von 6 Würfelaugen. Solltet ihr eine Aktion ausführen, so setzt ihr einen Würfel ein um zu sehen wie ihr abschneidet. Je höher eure Würfelzahl ist, umso wahrscheinlicher ist das Ergebnis mit positivem Ausgang und je niedriger, umso höher ist ein neutraler oder negativer Ausgang. Ein negatives Ergebnis lässt euch meistens nur neuen Versuch starten oder ihr erhaltet weniger Cryo, die Währung des Spiels. Nicht ganz so selten verliert ihr aber auch einen Zyklus oder werdet auf eine falsche Fährte geführt. 

Viele Wege führen zum Erfolg

Wie in anderen modernen Spielen könnt ihr neben eurer Hauptaufgabe auch diverse andere Aufgaben erledigen, um wertvolle Fähigkeiten, Ausrüstung oder auch Teammitglieder zu erhalten. Gleichzeitig wird euch nur gesagt, was ihr erledigen müsst, aber nicht wie ihr zum Ziel gelangt. Ihr müsst Hinweise über die lokale Bevölkerung finden und dann einfach auch mal ausprobieren. Anfangs müsst ihr zum Beispiel ein Ersatzteil für euer Schiff finden und müsst, bevor ihr das Teil überhaupt kaufen könnt, erst einmal den Händler finden. In der lokalen Bar könnt ihr Gerüchte und andere Informationen erlangen und findet heraus, wo auf der Station ein Händler ist, der dieses Teil verkauft. Natürlich müsst ihr für jede Aktion einen Würfel einsetzen und das Ergebnis dem Zufall überlassen. 

Kaum habt ihr den Händler gefunden, erhaltet ihr mehrere Möglichkeiten an das Ersatzteil zu kommen. Entweder ihr erfüllt eine Aufgabe, welche wertvolle Zeit benötigt und eventuell euer Hauptziel vereiteln kann oder ihr könnt Geld ansparen oder sammeln, damit ihr dem Händler das Teil abkaufen könnt. Egal wie ihr euch entscheidet, ihr das Ersatzteil am Ende und kommt eurem Ziel näher. Im späteren Spielverlauf werden die Ziele wesentlich komplexer und ihr müsst auch des Öfteren wagen, einen riskanten Schritt zu tätigen.

Jeder Spieldurchgang wirkt frisch und jeder Spieler erlebt Citizen Sleeper 2: Starward Vector komplett anders.

Da der Titel eher als interaktives Pen and Paper Abenteuer bezeichnet werden könnte, ist auch der Text, welcher reichlich vorhanden ist, sehr ausführlich und detailliert beschrieben. Wenn ein Charakter euch vorgestellt wird, seht ihr nicht nur wie gehabt ein Portrait oder Artwork, sondern erhaltet meistens auch genaue Beschreibungen über das Verhalten oder auch die Kleidung und andere Merkmale. Für viele Spieler mag das sehr aufwendig und schwer klingen, besonders mit dem Hinblick auf den Folgen eines schlechten Wurfs.

Doch der Titel bietet drei gut ausgeglichene Schwierigkeitsgrade, die für jeden Spieler das beste Ergebnis liefern. Der normale Schwierigkeitsgrad fühlt sich hierbei am besten an und ist von den Herstellern auch das vorgesehene Spielerlebnis. 

Ein *Problem* für viele Spieler

Der mitunter größte Kritikpunkt für deutsche Spieler ist die Tatsache, dass ein solch textlastiges Spiel wie Citizen Sleeper 2: Starward Vector nur auf Englisch verfügbar ist. Da der Vorgänger auch nie eine deutsche Übersetzung erhalten hat, dürften wir hier auch nicht mit einer Lokalisierung rechnen. Viele technische und recht unbekannte englische Wörter werden verwendet und selbst bei uns mussten wir nach der Übersetzung suchen.

Wer Interesse hat und kein Englisch kann, sei hiermit also gewarnt: Der Titel wurde nicht eingedeutscht und besteht aus sehr, sehr viel Text zum Lesen. 

Optisch hält sich Citizen Sleeper sehr stylisch, aber auch simpel. Hochauflösende 3D Modelle brauch hier keine zu erwarten, aber der Titel macht dies durch die wundervollen Artwork und Charaktere wett. Die Performance passt für Nintendo Switch, allerdings gibt es, wenn man über die Gebiete seine Orte auswählt, kleine kurze Slowdowns.

Da der Titel aber nicht zeitkritische Entscheidungen benötigt oder gar präzise Inputs, ist dies nicht so schlimm. Die Texte sind sowohl im Docked-Modus als auch im Handheldmodus sehr gut lesbar und können bei Bedarf im Optionsmenü auch größer eingestellt werden. 

Die Musik schlüpft eher in die Rolle von Ambient Sound, also ruhige, eher zurückhaltende Klänge. Diese soll für eine schöne Atmosphäre in den kalten metallischen Gängen von einer Raumstation, dem Schiff oder anderen Orten sorgen. Durch mechanische Klänge, Nutzung von eher künstlichen Soundeffekten erhält der Titel auch seinen futuristischen Charme.

Sprachausgabe bietet Citizen Sleeper 2: Starward Vector keine, was bei dem Ausmaß des Titels den Aufwand gesprengt hätte. Man muss nämlich bedenken, dass sowohl dieser Titel als auch sein Vorgänger von einem Ein-Mann Studio entwickelt wurde. Beachtlich für ein Spiel dieser Art.

Ein Sog so stark wie ein schwarzes Loch

Citizen Sleeper 2: Starward Vector 
84 100 0 1
Fans von Sci-Fi Spielen und ausführlichen offenen Geschichten werden bei Citizen Sleeper 2: Starward Vector viel Spaß und Freude haben. Es fühlt sich an wie eine Visual Novel, bietet allerdings noch so viel mehr, da eure Geschichte durch eure Entscheidungen und Aktionen geprägt wird. Es ist wie ein gutes Buch, dass man nicht weglegen möchte und immer weiter in die Tiefen hineinlesen möchte. Durch unterschiedliche Klassen, die euer Sleeper einnehmen kann, fühlt sich ein neuer Durchlauf auch komplett anders an. Ein Wermutstropfen ist die fehlende Übersetzung, da für viele Spieler die Sprachbarriere unüberwindbar ist. 
Fans von Sci-Fi Spielen und ausführlichen offenen Geschichten werden bei Citizen Sleeper 2: Starward Vector viel Spaß und Freude haben. Es fühlt sich an wie eine Visual Novel, bietet allerdings noch so viel mehr, da eure Geschichte durch eure Entscheidungen und Aktionen geprägt wird. Es ist wie ein gutes Buch, dass man nicht weglegen möchte und immer weiter in die Tiefen hineinlesen möchte. Durch unterschiedliche Klassen, die euer Sleeper einnehmen kann, fühlt sich ein neuer Durchlauf auch komplett anders an. Ein Wermutstropfen ist die fehlende Übersetzung, da für viele Spieler die Sprachbarriere unüberwindbar ist. 
84/100
Total Score

    Pro

    • Ausführliche Story mit vielen Beschreibungen für die Atmosphäre
    • Gute Mischung zwischen Visual Novel und RPG
    • Wunderschöne Artworks und Charakterzeichnungen
    • Atmosphärischer Soundtrack

    Contra

    • Nur englischer Text (allerdings nur ein Hinweis und kein Kritikpunkt an sich)
    • Zäher Einstieg
    • Milde Slowdowns
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